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13.08.2021 | 05:10

Steinhoff, Kodiak Copper, Nio – Am Anfang des Trends

  • Inflation
  • Kupfer
Bildquelle: Kodiak Copper

Durch die steigende Inflation wird der Lebensunterhalt teurer. Schuld für den Anstieg, in Deutschland stiegen die Verbraucherpreise im Juli gegen den Vorjahresmonat um 3,8%, sind die immer teurer werdenden Rohstoffe. Neben den Agrarrohstoffen wie Mais oder Weizen gehen vor allem Metalle, die für die Energiewende dringend benötigt werden, durch die Decke. Ein Ende des Preisanstiegs ist hier nicht zu erkennen, Ökonomen sprechen bereits von einem jahrelangen Superzyklus.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: KODIAK COPPER CORP. | CA50012K1066 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , STEINHOFF INT.HLDG.EO-_50 | NL0011375019

Inhaltsverzeichnis:


    Kodiak Copper – Profiteur des Kupfer-Booms

    Der massive Anstieg der Rohstoffpreise hat vor allem zwei Gründe. Zum einen der Aufschwung nach Beendigung der Lockdowns aufgrund der Corona-Pandemie in den großen Volkswirtschaften, dessen Wucht viele Produzenten unterschätzt hatten. Zudem stieg die Nachfrage nach aufgestauten Konsumwünschen drastisch an und zusätzlich wurde die Konjunktur durch die Politik und den Notenbanken mit enormen Stützungsprogrammen aufgepumpt. Aufgrund der steigenden Nachfrage folgten Engpässe bei den Vorprodukten, die bei Hochfahren der Kapazitäten jedoch relativ zügig wieder abgebaut werden dürften.

    Zum anderen kommt auf die Weltwirtschaft ein weiteres, längerfristiges Problem zu. Der schnelle und extreme Ausbau der erneuerbaren Energien und der Elektromobilität, beschleunigt durch die immer lauteren Rufe nach Klimaneutralität von Seiten der Politik, lässt das bereits seit zwei Jahren existierende Loch auf der Angebotsseite bei Kupfer immer tiefer werden. Das rote Metall gilt aufgrund seiner Beschaffenheit und Leitfähigkeit als das Basismetall der Energiewende. Durch die grüne Revolution gehen Experten davon aus, dass in den nächsten 25 Jahren mehr Kupfer abgebaut wird als in der ganzen bisherigen Menschheitsgeschichte. Der hohen Nachfrage steht jedoch ein extrem knappes Angebot gegenüber. Durch den schwachen Basispreis wurden Investments in die Erschließung neuer Projekte in den letzten Jahren stark vernachlässigt.

    Das Explorationsunternehmen Kodiak Copper, das zur Discovery Group gehört, ist hier als eines der wenigen erfolgversprechenden Unternehmen zu nennen, das durch erfolgreiche Bohrprogramme den Sprung zum Kupferproduzenten erlangen kann. Der Fokus von Kodiak Copper liegt auf den im kompletten Eigentum befindlichen Kupfer-Porphyr-Projekten in Kanada und den USA. Dabei sticht das MPD-Projekt im Quesnel Trough im südlichen Zentrum der kanadischen Provinz British Columbia heraus, in dem bereits im vergangenen Jahr hochgradige Mineralisierungen innerhalb einer breiten mineralisierten Ummantelung entdeckt wurden. Die Wahrscheinlichkeit auf weitere Bohrerfolge verspricht zudem die Tatsache, dass sich bereits produzierende Minen von Copper Mountain, Highland Valley und New Afton in direkter Nachbarschaft befinden.

    Beim mit 30 km voll finanzierten Bohrprogramm kommen zudem durchgängig besser als erwartete Nachrichten über die Ticker. Die Erweiterung der Gate-Zone war das ausgerufene Jahresziel von CEO Claudia Tornquist. Bereits im vergangenen Monat wurde berichtet, dass die Entdeckung in der Zone Gate um das Sechsfache der bisherigen Streichlänge von etwa 125 auf rund 800 m in Nord-Süd-Richtung ausgedehnt wurde. Außerdem weist die Zone immer mehr Ähnlichkeiten mit anderen großen Kupfer-Porphyr-Systemen in British Columbia auf, wie zum Beispiel der Red Chris-Mine, an der Newcrest Mining eine 70%-Beteiligung erworben hat.

    Kodiak Copper ist unserer Meinung nach eines der aussichtsreichsten Kupferexplorationsunternehmen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn vor dem Erreichen des Status als Kupferproduzent Übernahmeangebote ins Büro der Kanadier flattern würden. Der Kurs von Kodiak konsolidierte in den vergangenen Monaten und ist mit einem Discount von über 50% zum Jahreshoch des vergangenen Jahres zu haben.

    Steinhoff – Kurz vor dem Durchbruch

    Ein Kursfeuerwerk von 30% löste der deutsch-südafrikanische Handelskonzern Steinhoff mit der Erhöhung des Vergleichsangebot um 185 Mio. EUR auf nunmehr 1,34 Mrd. EUR aus und konnte damit zumindest die Kläger der Hamilton-Gruppe, die 14.000 zumeist südafrikanische Kleinanleger, Vermögensverwalter und Pensionsfonds und einer Klagesumme in Höhe von 800 Mio. EUR vertritt, befriedigen.

    Insgesamt belaufen sich die Klagen jedoch auf über 7 Mrd. EUR, die sich durch Ansprüche von Gläubigern und Investoren aus Deutschland, den Niederlanden und Südafrika zusammensetzen. Ein Ende des Prozesses wird nur erfolgen, wenn alle Gläubiger dem Vergleich zustimmen.

    Insgesamt bleibt ein Investment in die hochverschuldete Steinhoff-Gruppe weiterhin ein Glücksspiel. Ein positives Ergebnis bei den Versammlungen am 6.September könnte zwar den Kurs weiter nach oben treiben, jedoch ist deshalb ein langfristiges Überleben der Gruppe immer noch nicht gesichert.

    Nio – Rekordzahlen

    Einen Auslieferungsrekord von 21.896 Fahrzeugen konnte das chinesische Elektroauto-Startup Nio im zweiten Quartal verzeichnen, was einem Umsatz von 1,31 Mrd. EUR und damit einem Plus von 127,2% gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht. Damit steigert der Konzern den Umsatz im Vergleich zum ersten Quartal um knapp 100 Mio. EUR. Der Verlust lag bei 0,03 USD je Aktie. Damit traf Nio die oberen Prognosen der Analysten. Für die nächsten drei Monate werden Absatzzahlen zwischen 23.000 und 25.000 Einheiten erwartet.

    Der Ausblick war für die Marktteilnehmer zu verhalten, wodurch die Aktie rund 5% niedriger bei 41,98 USD notiert. Kurzfristig ist ein Test der Unterstützung bei 40 USD möglich. Langfristig stehen wir der Aktie von Nio positiv entgegen.


    Die Energiewende, also die grüne Revolution, benötigt paradoxerweise viel Metall. Kupfer ist dabei einer der wichtigsten Rohstoffe und dürfte in den nächsten Jahren aufgrund des geringen Angebots weiter an Wert zulegen. Kodiak Copper ist hierbei einer der aussichtsreichsten Explorationsunternehmen. Nio ist dagegen langfristig im Bereich Elektromobilität einer der interessantesten Player. Kurzfristig könnte der Wert jedoch weiter korrigieren.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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