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14.10.2025 | 05:10

Tilray, Graphano Energy, Arafura Rare Earth – Kampf um Rohstoffe spitzt sich zu

  • Kritische Rohstoffe
  • Cannabis
Bildquelle: pixabay.com

Steuerte die USA am Freitag auf einen Handelskrieg mit China zu, gab es bereits am Sonntag durch den US-Präsidenten Donald Trump, der erneut über seine Social-Media-Plattform „truth social“ postete, leichte Entwarnung. Doch ist dies wirklich das Ende der Streitigkeiten zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt? Wohl kaum, vielmehr dürfte sich der Kampf um kritische Rohstoffe in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren, zuspitzen. Infolgedessen dürften westliche Produzenten überproportional profitieren.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Graphano Energy Ltd. | CA38867G2053 , ARAFURA RESOURCES LTD. | AU000000ARU5 , TILRAY INC. CL.2 DL-_0001 | US88688T1007

Inhaltsverzeichnis:


    Graphano Energy – Profiteur des Handelskrieges

    Der wachsende Handelskonflikt mit China droht die Versorgung mit kritischen Rohstoffen wie Graphit massiv zu belasten. Da Peking über 75 % der weltweiten Produktion kontrolliert und Exportkontrollen verschärft, steht die westliche Industrie vor einem Engpass bei Batterien und Hightech-Komponenten. Davon profitieren alternative Produzenten außerhalb Chinas, etwa Graphano Energy aus Kanada, das mit eigenen Projekten in Nordamerika strategisch an Bedeutung gewinnt.

    Das mit lediglich 3,64 Mio. CAD bewertete Unternehmen konnte jüngst hervorragende Bohrergebnisse aus seinem zu 100% im Besitz befindlichen Black Pearl-Graphitprojekt in Quebec vermelden. Dabei trafen die Bohrungen nahe der Oberfläche auf mächtige Graphitzonen, ein Hinweis auf ein geologisch vielversprechendes Umfeld, das mit den großen Lagerstätten der Lac-des-Îles-Region vergleichbar ist.
    Eine Bohrung lieferte 8,61m mit 11,33 % Anteil des nutzbaren, natürlich vorkommenden Graphits im Gestein (Cg), ergänzt durch starke Oberflächenproben mit bis zu 17,9 % Cg über 9 m und 15,1 % Cg über 14 m. Insgesamt ergaben 42 Kanalproben innerhalb einer 1.200 qm großen Abbaufläche einen Durchschnittsgehalt von 13,2 % Cg, was einen außergewöhnlich hohen Wert für ein Erstbohrprogramm darstellt.

    Das Black Pearl-Projekt umfasst 84 Claims über 4.149 Hektar und liegt östlich von Graphanos fortgeschrittenem Standard-Mine-Projekt. CEO Luisa Moreno betonte: „Diese Ergebnisse bestätigen unser Modell und das Potenzial, Black Pearl zu einer bedeutenden Erweiterung unseres Graphitportfolios zu machen.“

    Graphano plant nun geophysikalische Flugmessungen, um zusätzliche Zielzonen und Erweiterungen der Entdeckung zu identifizieren. Das Unternehmen positioniert sich damit klar als einer der aussichtsreichsten neuen Graphit-Entwickler in Nordamerika.

    Neben dem Standard-Mine-Projekt liegt bei Graphano Energy mit dem Lac Aux Bouleaux-Projekt eine weitere Perle im Portfolio. Die Liegenschaft befindet sich nahe der einzigen Graphit-Mine Kanadas Lac des Îles, die vom Unternehmen Northern Graphite betrieben wird. Der Vorteil liegt darin, dass die dort befindliche Verarbeitungsanlage nicht in Vollauslastung betrieben wird, was Graphano Energy ermöglichte, eine Vereinbarung mit dem Betreiber zur gemeinsamen Nutzung zu schließen.

    Tilray – Positive Trendwende

    Ein anderer Rohstoff, der jedoch nicht für Rüstung oder erneuerbare Energien gebraucht wird, ist Cannabis. Nach einer atemberaubenden Rally am Ende des letzten Jahrzehnts folgte die Ernüchterung und die einstigen Börsensternchen wie Aurora Cannabis, Canopy Growth oder eben Tilray verloren über 99 % ihres Börsenwertes. Seit wenigen Wochen deuten sich am breiten Markt jedoch Zeichen einer langfristigen Bodenbildung an. So stieg die Tilray-Aktie seit dem Jahrestief Mitte Juni bis zum vergangenen Donnerstag um über 560 % auf 2,32 USD, bevor der Post des US-Präsidenten die Rally abrupt unterbrach und der Anteilsschein um rund 20 % auf 1,72 USD korrigierte.

    Dies könnte eine langfristige Kaufgelegenheit bieten, denn die US-Amerikaner schafften mit den in der vergangenen Woche veröffentlichten Quartalszahlen ein Novum. Mit einem Nettogewinn von 1,5 Mio. USD nach minus 34,7 Mio. USD im Vorjahr steuerte das Unternehmen erstmals in den grünen Bereich. Auch die weiteren Kennzahlen wussten zu überzeugen.

    Die Umsätze erreichten mit 210 Mio. USD einen Rekord. Das bereinigte EBITDA kletterte um 9 % auf 10 Mio. USD, der operative Cashflow verbesserte sich deutlich von –35,3 Mio. auf –1,3 Mio. USD. Noch beeindruckender ist die Tatsache, dass die Nettoverschuldung mit nur noch 4 Mio. USD nahezu eliminiert wurde.

    CEO Irwin Simon sieht Tilray damit klar auf Kurs. Angesichts der möglichen Cannabis-Neuklassifizierung in den USA und des Wachstums im europäischen Markt könnte das Unternehmen vor einer Neubewertung stehen.

    Arafura Rare Earth – Profiteur des Handelskrieges

    Die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China haben einen regelrechten Kursrausch bei westlichen Produzenten ausgelöst. US-Präsident Donald Trump drohte in Reaktion auf Pekings verschärfte Exportkontrollen mit neuen Zöllen auf chinesische Waren.

    Die Aktie von Arafura Rare Earths, Betreiber des vielversprechenden Nolans-Projekts im Northern Territory, schoss am Montag zeitweise um 27 % nach oben, was den höchsten Stand seit über zwei Jahren bedeutete. Das Unternehmen gilt als einer der aussichtsreichsten Hoffnungsträger für eine unabhängige Versorgung des Westens mit Neodym und Praseodym, Metallen, die für Windturbinen und Elektrofahrzeuge essenziell sind.

    Ein interner Regierungsbericht, über den The Age berichtete, sorgt für zusätzlichen Schwung. Die Redaktion beruft sich dabei auf ein internes Regierungsbriefing, demzufolge Australien den Aufbau einer strategischen Mineralreserve im Wert von 1,2 Mrd. AUD, rund 718 Mio. EUR, als Teil eines bilateralen Abkommens mit Washington plane.

    Während China die Daumenschrauben anzieht, positioniert sich Australien als verlässlicher Partner im Rohstoffkrieg der Großmächte. Arafura Rare Earths ist dabei der vielleicht spannendste Pure-Play im Sektor und könnte vom geopolitischen Umbruch nachhaltig profitieren.


    Auch wenn Trump die Eskalationsstufe im Hinblick auf einen Handelskrieg mit China zurückschraubt, ist ein Ende nicht in Sicht. Westliche Rohstoffproduzenten wie Graphano Energy oder Arafura Rare Earth dürften langfristig profitieren. Einen langfristigen Boden könnte auch die Cannabis-Branche ausgebildet haben.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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