Menü schließen




05.08.2021 | 04:57

TUI, GSP Resource, NEL – Der Vulkan beginnt zu rauchen!

  • Rohstoffe
  • Wasserstoff
Bildquelle: pixabay.com

Die Chartanalyse ist ein beliebtes Mittel unter Tradern und Investoren, um den Handel mit Wertpapieren oder Derivaten zu optimieren. Ziel ist es, auf Basis von Charttechnik die zukünftige Kursentwicklung zu prognostizieren. Es gibt allerdings zu bedenken, dass ein Chart unter der Annahme der effizienten Markttheorie bereits alle verfügbaren Informationen enthält. Leider gibt es genauso große Missverständnisse in der Chart-Interpretation, wie in der Fundamentalanalyse. Bei Charts können Formationen einen Ausbruch andeuten oder nicht, eine fundamentale Information hat hingegen sowohl historische als auch zukünftige Aussagekraft. Wir setzen in allen Annahmen natürlich voraus, dass die Börse immer recht hat, meint der aktuelle Preis spiegelt zu jedem Zeitpunkt den Wert des Unternehmens wider. Das macht die Entscheidung aber nicht einfacher!

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: GSP RESOURCE CORP. | CA36249G1090 , NEL ASA NK-_20 | NO0010081235 , TUI AG NA O.N. | DE000TUAG000

Inhaltsverzeichnis:


    TUI – Der steinige Weg zur Profitabilität

    Nun sind die deutschen Urlaubsbuchungen wohl alle im Kasten. Zeit beim Reiseanbieter TUI einen Strich unter die Buchungssaison 2021 zu machen. Was jetzt nicht verdient wurde, wird wahrscheinlich auch nicht mehr verdient, hält man sich die Pandemie-Perspektiven des kommenden Herbstes vor Augen. Es kann wohl erwartet werden, dass die Inzidenzzahlen durch die Reiseheimkehrer wieder durch die Decke gehen und Grenzen dann wieder schließen werden.

    TUI versucht derzeit an allen Fronten Synergien zu heben, um die hohe Kostenlast zu drücken. So konsolidiert der Reiseveranstalter zunächst mal seine Fluggesellschaften. Meint, dass die fünf Airlines aus Deutschland, UK, Belgien, den Niederlanden und Schweden mit ihren insgesamt 140 Flugzeugen künftig von einem gemeinsamen Management geführt werden. Wesentliche Funktionen bündelt man in gemeinsamen Kompetenzzentren, die bekannten Marken bleiben aber erhalten.

    Der Umbau des Airline Managements ist Teil einer größeren Restrukturierung des gesamten Konzerns. Das Unternehmen ist durch die Pandemie in große Schwierigkeiten geraten, denn mehrfach musste der Reiseveranstalter mit Staatshilfe gestützt werden. In Summe belaufen sich die Kreditzusagen des Bundes und einiger privaten Banken auf 4,8 Mrd. EUR.

    Die TUI-Aktie bekommt aktuell das Sommerloch voll zu spüren. Reisen ist nicht mehr im primären Fokus, denn der akute Nachholbedarf wurde bereits gebucht. Nun muss sich zeigen, ob TUI mit der Pandemie und seinen Zusatzkosten zu Rande kommt. Bei der aktuellen Verschuldung ist die Aktie mit einer Kapitalisierung von über 4 Mrd. EUR wohl noch etwas zu hoch. Und: Der Chart ist angeschlagen – daher weiter nur beobachten!

    GSP Resource Corp – Bald sollte es losgehen in der Alwin Mine

    Anders der Chart bei GSP Resource, einem kanadischen Explorer, der sich ausschließlich auf den Südwesten von British Columbia konzentriert. Die Aktie ist im Juni auf 0,50 CAD gestiegen, dann hat man zu 0,35 CAD eine erfolgreiche Kapitalerhöhung gemacht. Durch kleinere Abgaben ging es zuletzt bis auf 0,23 CAD nach unten, das war auch gleichzeitig das Tief vom April 2021. Wenn demnächst die Bohrdaten veröffentlicht werden, dürfte es nach diesem Chart wieder munter nach oben gehen.

    Das Unternehmen besitzt eine Option auf den Erwerb von 100% der Alwin-Rechte in unmittelbarer Nähe zum Major Teck Resources. Die Liegenschaft ist allein wegen ihrer Lage höchst interessant, denn dort gibt es jede Menge Kupfer, Gold und Silber, welches historisch bereits abgebaut worden ist. Im Portefeuille von GSP befindet sich auch das 600km entfernte Olivine Mountain-Projekt.

    Teck Resources ist ein Kupfer-Spezialist und fördert schon viele Jahre aus dem Highland Valley. Da GSP Resource im Rahmen erster Bohrproben bereits Gehalte von 1,29% Kupferäquivalent über eine Strecke von 14,1m gebohrt hat und 2021 weiter explorieren will, sollten die nächsten Ergebnisse noch mehr Hinweise zur Ergiebigkeit der Liegenschaft liefern. Die historische Untertagemine, die über eine Länge und Tiefe von 500 mal 300m angelegt war, produzierte von 1916 bis 1981 aus fünf großen subvertikalen Zonen. Gestartet wurde das neue Bohrprogramm nun Anfang Juni, mit Ergebnissen rechnet GSP Resource spätestens im August.

    Jeder neue Fund im seltenen Metall Kupfer wird in der Regel mit großen Kursaufschlägen quittiert. Die aktuelle Marktkapitalisierung liegt nur bei 4,5 Mio. CAD. Rufen Sie sich den Chartverlauf bitte nochmal auf, denn hier lauert unseres Erachtens ein klarer Verdoppler. Und für den Nachbarn Teck Resources wäre eine Übernahme aus dem Cashflow einer Wochenproduktion zu stemmen.

    Nel ASA – Der Börsenliebling gerät unter die Räder

    Schon vor den Halbjahreszahlen geht es bei Nel ASA ordentlich zur Sache. Anscheinend haben diesmal die Anleger aus den historischen Kursverläufen gelernt und verkaufen mit fallendem Trend schon mal vor den Zahlen. Grund: Im Februar 2021 hat die weltweite Automobil-Industrie das Stellrad auf die Batterie-Technologie platziert, damit ist die Entscheidung für die E-Mobilität gefallen.

    Es war somit nur eine Frage der Zeit, wann der Ausverkauf bei den Wasserstoff-Titeln einsetzt. Über viele Monate haben die Anleger noch auf bahnbrechende Auftragsmeldungen gehofft. Vergeblich! Nel ist nun durch sämtliche Unterstützungen gefallen und nimmt nach unten immer mehr Fahrt auf. in den letzten Beiträgen wurde auf die prekäre technische Situation hingewiesen. Hinzu kommt die astronomische Bewertung der meisten Titel mit Umsatz-Ratios jenseits von Gut und Böse.

    Und dann auch noch kritische Analysten-Stimmen: Im Vorfeld der Zahlen haben sich Experten der norwegischen SpareBank zu Wort gemeldet, die die Aktien zum Verkauf empfehlen. Dem aktuellen Update zufolge, hält die SpareBank an ihrer Verkaufsempfehlung und dem Kursziel von 8,50 NOK (0,81 EUR) fest. Genau dort ist auch eine wichtige Chart-Marke und der letzte Startpunkt des nachfolgenden Vervierfachers ab März 2020. Mit der aktuellen Bewegung hat der Chart nun eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation gebaut. Die Besitzer der Nel-Aktien brauchen jetzt starke Nerven.


    Chart-Technik wird oftmals zu Unrecht als Kaffeesatz-Leserei bezeichnet. Bei den drei beschriebenen Unternehmen haben die Signale gut funktioniert. TUI und Nel sind weiterhin angeschlagen, umsetzen sollte man daher eher die Kauf-Signale bei GSP Resource.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Nico Popp vom 27.07.2026 | 05:00

    Exportbeschränkungen Chinas - Deutsche Industrie muss in Rohstoffe investieren: Wie Rheinmetall und Volkswagen vorgehen und wieso Aspermont profitieren kann

    • Exportstopp
    • China
    • Rohstoffe
    • Daten

    Über Jahrzehnte waren Rohstoffe im wahrsten Sinne des Wortes Commodities – austauschbare Güter, die man möglichst preiswert einkauft. Doch seit einigen Jahren wird Versorgungssicherheit von einem Thema für Einkäufer zum alles entscheidenden Faktor für das Überleben der westlichen Industrie. Je nach Branche kann Knappheit ganze Geschäftsmodelle scheitern lassen. Um den Gefahren geopolitischer Verwerfungen, volatiler Marktpreise und strenger Nachhaltigkeitsvorgaben zu begegnen, setzen sich Industrieunternehmen immer detaillierter mit Rohstoffen auseinander. Entweder sie investieren direkt oder suchen Partnerschaften. In jedem Fall sind Informationen über Bergbau-Projekte und konkrete Rahmenbedingungen entlang der Wertschöpfungskette wichtig, um eigene Risiken einschätzen zu können. Der auf Rohstoffe spezialisierte Informationsdienstleister Aspermont könnte von dieser neuen Situation profitieren.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 23.07.2026 | 04:15

    Quartalszahlen und gefährliche Lock-Ups! Alphabet, SpaceX, IBM und Strategic Resources im Fokus

    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • HighTech
    • Energiewende
    • KI-Rechenzentren

    Der Reigen um die Gunst der Anleger ist wieder ausgebrochen. Denn die großen Tech-Titel liefern ihre Q2-Ergebnisse. Aufmerksame Investoren haben es bereits bemerkt: Ein Verfehlen der Erwartungen wird mit herben Kursverlusten bestraft. Der Computer-Riese IBM hatte vor 2 Wochen eine kleine Umsatzwarnung formuliert, prompt erlitt die Aktie mit 25 % Minus den größten Einbruch der jüngeren Geschichte. Gestern lieferten Alphabet und IBM dann die endgültigen Zahlen zum Quartal. Wir hatten vor Redaktionsschluss nur die Möglichkeit auf die Schätzungen zu blicken. Beachtlich auch der Sinkflug der allseits erwarteten SpaceX-Aktie. Entgegen den Prophezeiungen von Unternehmensgründer Elon Musk, bald das wertvollste Unternehmen der Welt zu werden, sank der Titel erstmalig unter den IPO-Preis von 135 USD. Es ist viel los – keine Zeit für eine Ruhephase. Wie formulierte es Michael Douglas alias Gordon Gecko im Hollywood-Klassiker „Wall Street“ 1987 so passend: „Money never sleeps!“

    Zum Kommentar

    Kommentar von Nico Popp vom 21.07.2026 | 05:00

    Wasserstoff-Vollbremsung und „Tesla-Fantasie“: Wie Plug Power, Ballard Power und First Hydrogen jetzt durchstarten wollen

    • Wasserstoff
    • Roboter
    • Mobilität

    Der Wasserstoff-Hochlauf in der Industrie ist an einem kritischen Punkt angelangt. Einerseits motiviert die Knappheit fossiler Energie, jetzt zu investieren, andererseits scheut die darbende Wirtschaft die damit verbundenen Kosten. Während die Klimaziele trotz der jüngsten Anpassungen innerhalb der EU unbestritten sind und die Internationale Energieagentur (IEA) den weltweiten Wasserstoff-Bedarf bis Mitte des Jahrhunderts auf gewaltige 17.500 Terawattstunden beziffert, ist die Wasserstoff-Wirtschaft unter Druck. In Deutschland verschärft der Gesetzgeber diesen Druck durch die nationale Umsetzung der EU-Richtlinie RED III. Diese sieht vor, dass Kraftstoffanbieter seit 2026 verbindliche Mindestquoten für erneuerbare Treibstoffe nachweisen müssen. Wie das Wasserstoff-Unternehmen Provaris Energy vorrechnet, drohen bei Nichterfüllung dieser Auflagen saftige Strafzahlungen von 120 EUR pro Gigajoule, was einem kalkulatorischen Malus von bis zu 15 EUR pro Kilogramm Wasserstoff entspricht. Da die Wasserstoff-Kapazitäten im Inland knapp bleiben, entsteht Handlungsdruck. Kommt die Wasserstoff-Wirtschaft jetzt in Gang? Wir beleuchten die Branche und stellen Unternehmen vor.

    Zum Kommentar