Menü schließen




27.11.2020 | 05:50

Varta, Royal Helium, NEL ASA: Nach dem Hype ist vor dem Hype

  • Batterie
  • Energie
  • Helium
  • Wasserstoff
Bildquelle: Royal Helium

Die Welt steht vor einer ganzen Reihe von Revolutionen. Die Digitalisierung verändert Geschäftsmodelle und die Art und Weise, wie wir arbeiten und kommunizieren. Neue Energiequellen revolutionieren die Mobilität. Die Aktie von Varta hat zwischen April und Oktober eine beeindruckende Performance aufs Parkett gelegt und mehr als 150% Rendite erwirtschaftet. Zuletzt kam der Wert allerdings wieder ein wenig zurück. Grund genug, dem Unternehmen ein wenig auf den Zahn zu fühlen. Varta stellt Mikrobatterien her, wie sie beispielsweise in Hörgeräten oder anderen haushaltsnahen Geräten zum Einsatz kommen. Bis Ende kommenden Jahres will Varta seine Kapazitäten in diesem Bereich sogar noch ausbauen. Auch bei der Qualität legt Varta eine Schippe drauf und plant, die Energiedichte weiter zu steigern. So will man sich von der Billig-Konkurrenz abheben.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
ISIN: CA78029U2056 , NO0010081235 , DE000A0TGJ55

Varta: Wiederholt sich Geschichte?

WKN: A0TGJ5 ISIN: DE000A0TGJ55 Symbol: VAR1
In den vergangenen Monaten wurde die Aktie insbesondere wegen ihrer Fantasie rund um den Einstieg in die Elektromobilität von Investoren gefeiert. Dank öffentlicher Mittel in Höhe von 300 Mio. EUR könnte sich Varta Zugang zu einem lukrativen Markt erschließen. Gepaart mit den positiven Prognosen im Kerngeschäft mit Batterien für Hörgeräte oder Kopfhörer schob diese Kursfantasie die Aktie an.

Doch das Management konnte Analysten zuletzt nicht mehr überzeugen und erste Beobachter meldeten Zweifel an der Equity-Story an. In diesem Zusammenhang ist auch die Konkurrenz aus Asien zu nennen: Es wäre nicht das erste Mal, dass deutsche Unternehmen in einer Zukunftstechnologie trotz üppiger Subventionen letztlich das Nachsehen gegenüber China haben – ähnlich lief es bereits vor Jahren bei Photovoltaik-Titeln. Die Aktie von Varta ist aktuell zu Recht in einer Konsolidierung. Die Musik ist vorerst raus.

Royal Helium: Neubewertung noch im Dezember?

WKN: A2PQ6N ISIN: CA78029U2056 Symbol: RD31
Auch die Aktie von Royal Helium legte in den vergangenen Monaten den Rückwärtsgang ein. Der kanadische Nebenwert sucht im Süden der kanadischen Provinz Saskatchewan nach dem Edelgas Helium. Das Gas besitzt einzigartige Eigenschaften und ist daher in vielen Bereichen einsetzbar: Der größte Einsatzbereich liegt in der Medizintechnik, wo es in MRT-Geräten vorkommt. Aber auch bei der Herstellung von Computer-Chips und bei der Qualitätsprüfung von Akkus kann das Edelgas zum Einsatz kommen. Damit kann Helium weit mehr, als Luftballons zum Steigen bringen. Das sehen auch die Analysten von Cormarck Securities so und erwarten in den kommenden Jahren ein Angebotsdefizit bei Helium.

Royal Helium will sich dies zu Nutze machen und sein kanadisches Helium-Projekt weiter vorantreiben. Mit einer Größe von 400.000 Hektar und umgeben von wichtiger Infrastruktur, gilt die Liegenschaft als vielversprechend. Aktuell führt Royal Helium eine technische Untersuchung durch, um die Wirtschaftlichkeit einer Verarbeitungsanlage für Gas zu überprüfen. Das Unternehmen weist darauf hin, dass die Liegenschaft auch das Potenzial aufweisen könnte, Nebenprodukte in Form anderer Gase zu vermarkten. Noch im Dezember will das Unternehmen erste Ergebnisse der Studie vorlegen. Aufgrund der vielzähligen Einsatzzwecke von Helium in den Bereichen Medizintechnik, Halbleiter und Batterien, könnte die Aktie von Royal Helium eine interessante Perspektive haben.

NEL: Wasserstoff-Hoffnung am Scheideweg

WKN: A0B733 ISIN: NO0010081235 Symbol: D7G
Voller Perspektive sind auch die Anteilsscheine von NEL. Der norwegische Wasserstoff-Spezialist kümmert sich um die Herstellung von Wasserstoff, dessen Speicherung und Verteilung. Damit deckt NEL alle Bereiche rund um Wasserstoff ab. Wer sich eine Zukunft voller Wasserstoffautos vorstellt, kommt um Lösungen der Norweger kaum herum. Wasserstoff als Energieträger gilt als saubere Alternative zu Lithium-Ionen-Batterien, da diese auf zahlreiche kritische Metalle angewiesen sind, bei deren Förderung Umweltschäden entstehen.

Trotz der rosigen Perspektive und der eingängigen Investment-Story, hat sich die Aktie von NEL zuletzt mehrfach den Kopf im Bereich von knapp über 2,00 EUR gestoßen. Diese Widerstandszone hat sich als hartnäckig erwiesen. Gemäß der Charttechnik befindet sich die Aktie nun in einem Entscheidungsbereich: Gelingt ein nachhaltiger Ausbruch über diese Widerstandszone, kann weitere Kursdynamik entstehen. Gelingt der Ausbruch nicht, sind Kursverluste möglich. Da NEL bereits ambitioniert bewertet ist, ist auch eine Korrektur nicht ausgeschlossen.

Die größten Chancen lauern bei Nachzüglern

Während Varta als Nachzügler im Bereich der Elektromobilität gilt und bereits stark gestiegen ist, ist NEL Pionier und gut rund um Wasserstoff positioniert. Der aktuelle Wasserstoff-Hype könnte dazu führen, dass der Markt sogar noch höhere Bewertungen zulässt. Anleger sollten sich dennoch der hohen Fallhöhe bewusst sein. Auch wenn intakte Trends ein gutes Investmentumfeld bieten, lohnt auch der Blick in die zweite Reihe. Aktien rund um Helium profitieren ebenfalls von einer ganzen Reihe Megatrends und sind aktuell wenig gefragt. Dies eröffnet spekulativ-orientierten Investoren die Chance auf günstige Einstiegskurse.


Interessenskonflikt

Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

Risikohinweis

Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

Mehr zum Autor



Weitere Kommentare zum Thema:

Kommentar von Armin Schulz vom 20.04.2026 | 05:15

Vergessen Sie KI-Aktien: Rheinmetall, First Hydrogen und Volkswagen setzen auf unbemannte Systeme, um die Rendite zu steigern

  • Rheinmetall
  • First Hydrogen
  • Volkswagen
  • Drohnen
  • autonome Bodenfahrzeuge
  • Rüstung
  • Rüstungsindustrie
  • Roboterplattform
  • DaaS
  • SMR
  • Wasserstoff
  • autonomes Fahren
  • Stromspeicher

Autonome Systeme erobern nicht länger nur das Militär – sie werden zum Treiber einer ganzen Wirtschaftswende. Von selbstfliegenden Drohnen bis zu intelligenten Bodenrobotern: Künstliche Intelligenz, sinkende Sensorkosten und neue Antriebe katapultieren unbemannte Technologien aus der Nische in den Massenmarkt. Investoren stehen vor einem strukturellen Wachstumstrend, vergleichbar mit der Elektromobilität oder dem Internet. Wer jetzt die richtigen Player identifiziert, könnte von der nächsten Innovationswelle überproportional profitieren. Drei Unternehmen aus unterschiedlichen Sektoren adressieren dieses Feld bereits mit konkreten Produkten: Rheinmetall, First Hydrogen und Volkswagen.

Zum Kommentar

Kommentar von Nico Popp vom 16.04.2026 | 05:00

Die Krise als Weckruf: dynaCERT, Hapag-Lloyd und Brookfield im Fokus der Dekarbonisierung

  • Dekarbonisierung
  • Wasserstoff
  • Reedereien
  • Industrie

Die Lage der Weltwirtschaft zwischen Kriegen und Energiepreis-Schock zwingt die Industrie und die Logistikbranche zu Sofortmaßnahmen. Während die Energiepreise steigen, fordern auch strengere Klimaschutzregeln die Abkehr von fossilen Brennstoffen. In diesem Marktumfeld suchen die großen Reedereien wie Hapag-Lloyd nach sofort wirksamen Lösungen, um den Treibstoffverbrauch ihrer Flotten ohne langwierige Umbauten zu senken. Auch im Flugverkehr diskutiert man bereits, Flüge ausfallen zu lassen oder nur moderne Flugzeuge mit einem geringeren Kraftstoffverbrauch einzusetzen. Während die Wirtschaft mit den Rahmenbedingungen kämpft, investieren kapitalstarke Finanzmarktakteure wie Brookfield Asset Management im großen Stil in die Transformation der Industrie. Als Entwickler einer Brückentechnologie bietet dynaCERT mit seinem innovativen HydraGEN-Ansatz eine sofort verfügbare Nachrüstlösung für Dieselmotoren, die den Kraftstoffbedarf unmittelbar reduziert und die Emissionsbilanz verbessert. Da dieses Geschäftsmodell perfekt in die Zeit passt, lohnt es sich, einen detaillierten Blick auf Branche und Unternehmen zu werfen.

Zum Kommentar

Kommentar von André Will-Laudien vom 15.04.2026 | 04:15

Das ist bombig! Öl-Knappheit als Wendepunkt für Uran und Wasserstoff mit Siemens Energy, Standard Uranium, Plug Power und Nel ASA

  • Alternative Energien
  • Wasserstoff
  • Energiewende
  • Klimaschutz

Der Wochenstart war schon mal holprig. Öl wieder mit Plus 12 % im Steigflug, nix wird es mit der entsprechenden Entlastung der Haushalte. Nun hat die Regierungskoalition Schwarz-Rot ein 17 Cent-Paket entwickelt, das in den nächsten Wochen verabschiedet werden soll. Eine temporäre Absenkung der Ökosteuer soll helfen. Der Konflikt sorgt aktuell dafür, dass trotz eigentlich schwacher globaler Konjunktur und rechnerischer Überversorgung, die Preise plötzlich wieder nach oben ausschlagen. Eine wirkliche Knappheit bei Öl & Gas gibt es nicht. Ministerpräsident Söder fordert sogar wieder Gas-Exploration in Deutschland. Wer hätte das gedacht? Auch wir blicken auf mögliche Alternativen und nehmen Kernkraft und Wasserstoff unter die Lupe. Für Investoren rücken damit Unternehmen wie Siemens Energy, Standard Uranium, Plug Power und Nel ASA zunehmend ins Blickfeld, da sie direkt oder indirekt von diesen langfristigen Energietrends profitieren könnten. Wir rechnen nach.

Zum Kommentar