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08.11.2022 | 05:10

Barrick Gold, Manuka Resources, Newmont – Ist die Talsohle durchschritten?

  • Edelmetalle
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Bildquelle: pixabay.com

Nachdem die Federal Reserve den Leitzins noch einmal mit einem großen Schritt von 0,75 Punkten auf eine Spanne von 3,75% bis 4,00% anhob, dürfte sich das Tempo nun Schritt für Schritt verlangsamen. Dabei werden bereits Stimmen lauter, die eine Abkehr von der strikten Geldpolitik fordern. Im Zuge dessen reagierten die Edelmetallpreise und distanzierten sich deutlich von ihren Jahrestiefstständen. Die Zeichen stehen auf Entspannung. Zumindest kurzfristig dürften Gold und Silber reif für eine ausgeprägte Gegenbewegung sein.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: BARRICK GOLD CORP. | CA0679011084 , Manuka Resources Limited | AU0000090292 , NEWMONT CORP. DL 1_60 | US6516391066

Inhaltsverzeichnis:


    Barrick Gold – Positive Reaktion nach den Quartalszahlen

    Eine positive Reaktion zeigte der zweitgrößte Goldförderer der Welt nach der Veröffentlichung der schwachen Zahlen zum dritten Quartal. Nach dem Abverkauf direkt nach dem Bericht fiel der Kurs auf die wichtige, in den vergangenen Jahren mehrmals getestete Unterstützungslinie bei 12,67 USD. Hier befindet sich ebenfalls das Corona-Tief vom März 2020. Diese Zone konnte jedoch mit hohen Volumina verteidigt werden. Aktuell notiert der Barrick-Kurs bei 14,31 USD. Der nächste wichtige Schritt, wodurch sich das Chartbild deutlich aufhellen würde, wäre die Überwindung des seit April diesen Jahres ausgebildeten Abwärtstrends bei 16,03 USD.

    Barrick Gold vermeldete im dritten Quartal einen deutlichen Rückgang seiner Produktionszahlen. So scheiterte das Unternehmen in den Monaten Juni bis September am Überschreiten der Millionen-Unze Mauer und produzierte 988.000 Unzen Gold. Im Schnitt erzielte man 1.722 USD je Unze, im Vorquartal lag der erzielte Preis noch bei 1.861 USD je Unze. Der Nettogewinn brach im gleichen Zeitraum um über 50% von 488,00 USD auf nunmehr 241 Mio. USD ein. Der Free Cash Flow bewegte sich mit -34 Mio. USD deutlich im negativen Terrain. Die Dividende, bestehend aus einer Basis von 0,10 USD je Aktie und einer Leistungsdividende in Höhe von 0,05 USD je Aktie, beträgt insgesamt 0,15 USD. Damit wird in diesem Quartal mehr ausgeschüttet, als Barrick mit 0,14 USD je Aktie eingenommen hat.

    Manuka Resources – Jüngster Goldproduzent mit Riesen-Potenzial

    Wenn man es einfach ausdrücken will, hat der Markt das Potenzial des jüngsten Edelmetallproduzenten Australiens schier noch nicht erkannt. Die Marktkapitalisierung liegt bei 38,61 Mio. AUD. Die Aktie, die neben der ASX auch in Frankfurt gehandelt wird, arbeitet im Moment an einer Bodenbildung bei 0,14 AUD. Ein Ausbruch über die Widerstandsmarke bei 0,16 AUD dürfte ein Anschlusspotenzial bis zu dem seit Februar 2021 ausgebildeten Abwärtstrend bei 0,21 AUD generieren.

    Dabei sind die Chancen auf langfristige überproportionale Kursgewinne auf mehrere Schultern verteilt. Zum einen besitzt Manuka Resources im Cobar-Basin-Becken zwei aussichtsreiche Bergbauprojekte mit einer Explorationszone von insgesamt 1.150 qkm. Mit dem Mt. Bobby- Goldprojekt gehört den Australiern eine der historisch reichsten Goldminen des Kontinents, in der in früherer Produktion 500.000 Unzen Gold mit einem durchschnittlichen Gehalt von einer halben Unze pro Tonne Erz abgebaut wurde. 2020 wurde diese wieder in Produktion genommen, mit dem Ziel, 24.000 Unzen Gold zu fördern, was mit dem Faktor 2 übertroffen wurde. Von Seiten der Unternehmensführung wird vermutet, dass die Ressource in der Tiefe weiteres deutliches Potenzial besitzt. Im vierten Quartal erwartet das Unternehmen einen neuen Minenplan, um dann die Produktion Anfang 2023 erneut starten zu können.

    Das Wonawinta-Silber-Projekt ist das zweite aussichtsreiche Asset des Unternehmens. Mit einer Mineralressourcenschätzung von 51 Mio. Unzen zählt die Liegenschaft zu einem der größten Silberproduzenten Australiens. Zudem wurden 200.000t vorhandenes Blei geschätzt. Ein weiteres Asset ist die auf der Lagerstätte vorhandene Verarbeitungsanlage, mit der beide Edelmetalle behandelt werden können. Das Projekt befindet sich aktuell in Produktion und verarbeitet die 515.000 t Halde, die sich auf dem ROM-Pad neben der Anlage befindet. Aktuell ruht die Produktion, bei einem steigenden Basispreis soll diese jedoch zügig aktiviert werden.

    Mit dem Erwerb des South-Taranaki-Bight-Projekts (STB), die Transaktion steht kurz vor dem Abschluss, steigt Manuka Resources nicht nur in eine neue Liga auf, sondern wird zukünftig einer der größeren Player im Bereich der grünen Wirtschaft. Das STB-Projekt, das vor der Westküste Neuseelands liegt, ist ein VTM-Eisensandprojekt mit Vanadium-Titan und Magnetit. Das kritische Mineral Vanadium spielt eine entscheidende Rolle bei der Verbesserung der Energiespeicherung und der Lebensdauer von Batterien durch die Vanadium-Redox-Flow-Batterie.

    Das STB-Projekt verfügt über eine erteilte Bergbaulizenz und eine große JORC-Ressource von 3,8 Mrd.t. Mit einem Vanadium-Gehalt von 0,5%/t basierend auf ersten Schätzungen der jährlichen Abbauraten für das STB-Projekt, würde die geschätzte Jahresproduktion von Vanadium etwa 55 Mio. GBP betragen. Damit wäre Manuka Resources nach China und Russland der drittgrößte Vanadium-Förderer und könnte jährlich 15% des weltweiten Angebots produzieren. Die Vision von Manuka ist ein Projekt, bei dem zunächst etwa 5 Mio. t an vanadiumhaltigem Titanomagnetit-Eisenerzkonzentrat pro Jahr über eine Lebensdauer der Mine von 20 Jahren gefördert wird.

    Anfang November erhielt der Verkäufer Trans-Tasman Resources Limited (TTR) von New Zealand Petroleum and Minerals die Genehmigung für den Kontrollwechsel, was die Übernahme von TTR durch Manuka ermöglicht. Manuka und TTR hatten bereits im August eine verbindliche Absichtserklärung unterzeichnet, der zufolge Manuka durch die Ausgabe von etwa 180 Millionen Aktien von Manuka Resources Ltd. 100% von TTR erwerben würde. Bei Abschluss wird TTR eine 100%-Tochter von Manuka Resources.

    Newmont – Nettogewinn eingebrochen

    Ähnlich dem Branchenkollegen Barrick Gold erging es dem Primus unter den Goldförderern. Dabei lag die Produktion im dritten Quartal bei 1,49 Mio. Unzen Gold sowie 299.000 zurechenbaren Unzen Goldäquivalent. In den ersten neun Monaten wurden insgesamt 4,33 Mio. Unzen produziert. Die Jahresprognose liegt bei 5,90 Mio. Unzen, somit liegt der Goldförderer Nummer eins weiterhin auf Kurs. Das adjustierte EBITDA für Q3 belief sich auf 850 Mio. USD und nahm somit verglichen zu den 1,316 Mrd. USD in Q3 2021 deutlich ab.

    Der operative Cash Flow fiel von 1,133 Mrd. USD im Vorquartal deutlich auf 466 Mio. USD. Der Nettogewinn sackte auf 212 Mio. USD oder 0,27 USD je Aktie ab. Im zweiten Quartal lag dieser noch bei 483 Mio. USD oder 0,60 USD je verwässerter Aktie. Auch Newmont zahlt trotz eines Gewinnes je Aktie von lediglich 0,27 USD jedem Anteilseigner eine Dividende in Höhe von 0,55 USD je Aktie aus.

    Im Gegensatz zu Barrick testete die Newmont-Aktie noch nicht das Jahrestief aus dem Jahr 2020 bei 33,00 USD, liegt jedoch auf einer starken vertikalen Unterstützungslinie bei 41,00 USD. Nach oben wäre das nächste Ziel das Schließen eines Abwärts-Gaps, resultierend aus dem Juli, bei 51,39 USD.


    Nach der Verkündung, das Tempo der Zinserhöhungen zumindest zu verlangsamen, setzte der Edelmetallmarkt zu einer starken Gegenbewegung an. Dabei konnten sich Barrick und Newmont von ihren Jahrestiefs lösen und besitzen weiterhin Potenzial. Langfristig dürfte die Aktie von Manuka Resources allein aufgrund ihrer beiden Gold-Silber-Vorkommen vom steigenden Edelmetallpreis profitieren. Durch den Abschluss des Erwerbs der Vanadium-Lagerstätte steigen die Australier zudem in eine neue Liga auf.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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