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28.12.2021 | 04:44

BioNTech, Pfizer, Defence Therapeutics, Valneva – Das Corona Jahr 2022 kommt!

  • Biotech
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Bildquelle: pixabay.com

Die deutsche Bundesregierung hat ihr Ziel, 80% der Bevölkerung mindestens einmal gegen das Coronavirus zu impfen, ins neue Jahr verschoben. Die angepeilte Quote soll nun bis Ende Januar zu schaffen sein, sagte ein Regierungssprecher vor der Presse. Hintergrund ist demnach, dass bislang nur 73,4% der Bevölkerung erstimmunisiert sind und die fehlenden rund 5,3 Mio. Erstimpfungen kaum bis zum 7. Januar erreicht werden könnten. Das Zwischenziel von 30 Mio. Impfungen bis Jahresende wird dagegen höchstwahrscheinlich schon nach Weihnachten erfüllt, hört man aus Regierungskreisen. Die allgemeine Impfpflicht soll im Bundestag unterdessen bereits in der ersten Sitzungswoche im neuen Jahr auf die Tagesordnung kommen. Somit wird auch das Jahr 2022 unter dem Stern „Corona“ stehen. Folgende Aktien sind Teil des Orchesters.

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035 , VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851

Inhaltsverzeichnis:


    BioNTech und Pfizer – Anti-Corona Pille oder weiterhin Impfen?

    Ohne weitere Fortschritte in den Impfquoten lässt sich das Virus nicht aufhalten, so die Verlautbarungen der meisten Immunologen, die sich öffentlich in den Medien äußern. In Deutschland und vielen anderen Ländern wird eine allgemeine Impf-Pflicht diskutiert, damit ist die Vorgabe für das neue Jahr 2022 bereits gesetzt. BioNTech und sein US-Partnerunternehmen Pfizer beschreiten einen zweigleisigen Weg, sie bieten den bekannten Impfstoff „Comirnaty“ sowie das neue Medikament „Paxlovid“.

    Klar ist die breite Impfung der Bevölkerung ein klares Ziel der Regierungen, dennoch gibt es auch von Seiten der Arzneimittel-Hersteller erste Fortschritte in der Entwicklung von Medikamenten. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, wie wirksam die Anti-Corona-Pille „Paxlovid“ von Pfizer ist und wann sie zur Verfügung steht? Mit der Notzulassung zweier Arzneimittel gegen das Corona-Virus in den USA keimte kurz vor Weihnachten Hoffnung auf: Die Kombination aus Impfstoffen und Medikamenten könnte den Wandel im Pandemieverlauf einläuten.

    Die BioNTech-Aktie ist der klare Blockbuster unter den Impfstoff-Herstellern seit Einführung im August 2019. Der Platzierungspreis lag bei 20 USD – im Sommer 2021 erreichte die Aktie Kurse von über 450 USD. Damit war das Unternehmen aus Marburg bereits mit über 100 Mrd. USD wert. Aktuell gerät der Kurs durch Gewinnmitnahmen etwas unter Druck und pendelt zwischen 240 und 270 USD. Glaubt man den Schätzungen der Analysten, liegt die Bewertung der BioNTech-Aktie für 2022e schon bei KGVs von unter 10. Im Jahr 2021 konnte mit der Aktie eine Rendite von über 160% erzielt werden.

    Pfizer kam erst Ende 2021 so richtig ins laufen, als bekannt wurde, dass der Arzneimittelriese an einer Corona-Medikation arbeitet. Nun ist ein neues Schluck-Präparat zugelassen und spült erste Umsätze in den Konzern. Im letzten Quartal 2021 konnte der Kurs dann auch um über 40% zulegen. Mit einer Dividenden-Rendite von 3,8% und einem KGV 2022e von 13 ist der Wert nicht teuer. Pfizer eignet sich sogar zur Beimischung in konservative Depots.

    Defence Therapeutics – Weitere Fortschritte in der Gen-Editierungstechnologie

    Defence Therapeutics ist ein börsennotiertes Biotech-Unternehmen aus Kanada, das unter Einsatz seiner firmeneigenen Plattform daran arbeitet, die nächste Generation von Impfstoffen und ADC-Produkten zu entwickeln. Der Kern der Defence Therapeutics-Plattform besteht in der ACCUM-Technologie, welchen einen präzisen Transport von Impfantigenen oder ADCs in intakter Form zu den Zielzellen ermöglicht. Als Folge davon können eine verbesserte Effizienz und Wirksamkeit gegen schwere Erkrankungen wie Krebs und Infektionskrankheiten erreicht werden.

    Defence Therapeutics hat nun bekannt gegeben, dass der Einsatz der Accum™-Plattform die Cas9-Einschleusung in die Zielzellen wirksam verstärken kann und damit die Gen-Editierungstechnologie erheblich voranbringt. Bei der CRISPR-Gen-Editierung handelt es sich um das gezielte Austauschen von Gensequenzen. Die neue Technologie hat das Potenzial, die Medizin zu verändern, indem sie die Behandlung oder Vorbeugung zahlreicher Krankheiten durch gezieltes Löschen oder Einfügen von Genen ermöglicht. In der Biotech-Industrie sucht man seit Jahren nach Verfahren, die für die Behandlung zahlreicher Krankheiten wie Krebs, Viruserkrankungen (HIV und Hepatitis B) und verschiedener genetischer Störungen eingesetzt werden kann.

    Das Wesen dieser Technologie ist einfach und erfordert zwei wichtige Werkzeuge. Erstens ein Stück genetisches Material, um den Editierprozess zu steuern, und zweitens die Mitgabe eines Cas-Proteins zum Editieren der DNA. Die Accum-Plattform ist darauf ausgelegt, ein bestimmtes Molekül in den Zielzellen anzureichern. Das Defence-Team hat die Fähigkeit von Accum getestet, die Zuführung von Cas9 in die Zellen kontinuierlich zu verbessern. Mit nur einer einzigen Accum-Dosis und ohne zusätzliche Verwendung einer komplexen Lipidformulierung sind die erzielten Ergebnisse erstaunlich. Die Akkumulation von Accum-gebundenem Cas9 im Zellkern war mindestens 9-mal höher als die von freiem Cas9, wenn es Säugetierzellen in vitro zugesetzt wurde. Angesichts dieser beeindruckenden Daten wird Defence aktiv nach Partnerschaften mit wichtigen Akteuren auf diesem Gebiet suchen, um die Entwicklung von CRISPR-basierten Behandlungen für bestimmte Indikationen voranzutreiben.

    Laut einer Analyse von Fior Markets wird erwartet, dass der globale Markt für genetische Editierung von 4,2 Mrd. USD im Jahr 2020 bis auf 13 Mrd. USD in 2028 ansteigen wird, das entspricht einem gewichteten Wachstum (CAGR) von 15,2% per annum. Defence Therapeutics ist in vielen humangenetischen Themen in vorderster Reihe aktiv und schreitet innovativ voran. Die Aktie befindet sich mit einer Marktkapitalisierung von 195 Mio. CAD erst noch am Anfang ihrer Entwicklung.

    Valneva – Erste Umsätze mit dem Totimpfstoff sind gemacht

    Der französische Impfstoffhersteller Valneva schickt sich an, im kommenden Jahr den Impfstoffmarkt kräftig aufzumischen. Weil die Bestellungen langsam Gestalt annehmen und substanziell werden, verhandelt das Unternehmen derzeit mit den schottischen Behörden um eine Förderung zum Aufbau einer weiteren Produktionsstätte. In Livingston soll eine moderne Produktionsstraße für den Impfstoff VLA2001 entstehen. Im Raum steht ein staatlicher Zuschuss in Höhe von 10 bis 20 Mio. GBP für die Schaffung von neuen Kapazitäten und Arbeitsplätzen. Valneva wird diese Produktionsstätte dringend brauchen, um die kommenden Liefervereinbarungen erfüllen zu können.

    Anders als die bis dato in Europa zugelassen Impfstoffe von AstraZeneca, BioNTech und Johnson & Johnson, bei denen es sich um Vektor- oder mRNA-Impfstoffe handelt, setzt Valneva auf die Entwicklung eines Totimpfstoffes im Kampf gegen Covid-19. Der Zulassungsantrag bei der EMA in Amsterdam ist bereits gestellt. Mit einer Zulassung stehen dem Unternehmen eine große Anzahl von Menschen zur Verfügung, die die Impfung mit den neuen, wenig erforschten mRNA-Vaccinen bisher ablehnen, sich aber nach traditioneller Art nicht gegen eine Impfung wehren.

    Auch die deutsche Bundesregierung hat bereits 11 Mio. Dosen des Impfstoffs geordert, mit einigen Staaten laufen derzeit Verhandlungen über mögliche Lieferungen. An der Börse fährt die Valneva-Aktie derzeit Achterbahn, denn wegweisend für den Erfolg des Impfstoff-Produzenten ist definitiv die noch ausstehende Zulassung. Aktuell schwankt der Preis sehr volatil zwischen 23 und 27 EUR. Mit einer 12-Monats-Kursentwicklung von 230% ist die Valneva-Aktie aber schon jetzt klarer Sieger unter den börsennotierten Impfstoffherstellern. Im nächsten Jahr dürfte es positiv weitergehen, wenn mit der Zulassung alles glatt geht. Die Aktie ist im Augenblick nur für spekulative Anleger geeignet, man sollte den Nachrichten-Ticker aber immer im Blick haben.


    Die hier vorgestellten Biotech-Unternehmen unterliegen unterschiedlichen Zyklen. BioNTech und Pfizer sind bereits etablierte Unternehmen mit zugelassenen Produkten. Valneva könnte mit einer Zulassung der nächste Shootingstar werden, Defence Therapeutics ist mit seiner Plattform sehr variabel aufgestellt und kann jederzeit Überraschungen liefern.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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