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18.01.2021 | 04:50

Deutsche Rohstoff AG, Glencore PLC, FuelCell Energy: Rohstoff-Rallye! Weiter nach oben!

  • Rohstoffe
Bildquelle: Deutsche Rohstoff AG

Die Rohstoff-Rallye scheint nun so richtig in Gang zu kommen. Während Kupfer wegen der andauernden E-Mobilitäts-Phantasie schon mehr als 70% vom Märztief zugelegt hat, kommen nun andere Batterie-Metalle auf den Plan. Mit Lithium im Gepäck hat die kanadische Rocktech Lithium mit einem Verzehnfacher in einem Monat sicherlich den Vogel abgeschossen. Der Name Peter Thiel als Anker-Investor beflügelte die Aktie. Auch deutsche Titel im Rohstoffbereich machen Schule: BASF, Kali & Salz und Deutsche Rohstoff AG zeigten in den vergangenen Wochen ihre Muskeln.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: DE000A0XYG76 , JE00B4T3BW64 , US35952H6018

Inhaltsverzeichnis:


    Deutsche Rohstoff AG – Aufwärtstrend eingeleitet

    WKN: A0XYG7 ISIN: DE000A0XYG76 Symbol: DR0
    Die Deutsche Rohstoff AG (DRAG) mit Sitz in Mannheim ist ein alter Bekannter unter den wenigen reinrassigen Rohstofftiteln an der Deutschen Börse. Das Unternehmen hat seine Schwerpunkte im Öl- und Gasbereich, besitzt aber auch sehr interessante Assets in Wolfram und Molybdän. Die Öl-Projekte befinden sich in Colorado, North Dakota und Utah. Die 4 Tochtergesellschaften mit Sitz in Denver besitzen Flächen von mehr als 35.000 Acres. DRAG hat seine Projekte in nunmehr 10 Jahren aufgebaut, seit 2016 ist man ein etablierter Öl- und Gasproduzent mit einer Gesamtförderung von 8,5 Mio. BOE (Fördereinheiten auf Barrels umgerechnet).

    Das Potenzial in der DRAG ist aber noch riesig. 29 Mio. Barrel nachgewiesene Reserven schlummern im Boden, welche zu heutigen Ölpreisen berechnet ein Cashflow-Potenzial von 340 Mio. USD versprechen. Mit 60 Bohrungen und einer Gesamt-Investition von 250 Mio. USD wurde in die Töchter stark investiert. Das man auch das Vermögens-Management beherrscht, zeigt der gut getimte Verkauf von zwei Beteiligungen für einen Gesamterlös von 290 Mio. USD.

    Der zuletzt auf über 50,00 USD gestiegene US-Ölpreis (WTI) stellt einen wichtigen Baustein für den Ausbau und die Wiederaufnahme der Produktion dar und erhöht die Planbarkeit der weiteren Entwicklung der US-Tochterunternehmen deutlich. Insgesamt plant die DRAG aus den bereits bestehenden Bohrungen im Laufe des Jahres 2021 eine Nettoproduktion von 5.700 bis 6.300 Barrel Öläquivalent pro Tag (BOEPD). Für 2021 sind aktuell bereits Hedging-Kontrakte für rund 45% der erwarteten Ölproduktion abgeschlossen. Der gesicherte Preis liegt bei rund 45 USD/Barrel, weitere Hedging Kontrakte werden laufend hinzugefügt.

    Neben den Öl- und Gas-Engagements besitzt die DRAG noch Anteile an Almonty, einer auf Wolfram spezialisierten Minengesellschaft, welche jüngst eine Projektfinanzierung mit der KfW IPEX-Bank über 74 Mio. USD zum Bau der Sangdong Mine in Südkorea unterschrieben hat. Die bisherige Produktion von Almonty aus den Minen in Portugal und Spanien wird sich mit Inbetriebnahme von Sangdong ab Ende 2022 vervielfachen.

    Die aktuelle Prognose für das Konzernergebnis 2020 geht weiterhin von einem EBITDA von 23-26 Mio. EUR, einem Umsatz von 37-40 Mio. EUR sowie einem Konzernverlust von 15-18 Mio. EUR aus. Das Konzernergebnis wird durch nicht zahlungswirksame Abschreibungen in Höhe von 17,2 Mio. EUR belastet. Die Aktie hat aktuell eine Marktkapitalisierung von 48 Mio. EUR und zwei Bonds i.H.v. zusammen ca. 88 Mio. EUR ausstehend. Das ergibt eine Gesamt-Bewertung von rund 136 Mio. EUR – da ist noch ordentlich Luft drin für die Zukunft.

    Glencore PLC – Liefervertrag mit First Cobalt

    WKN: A1JAGV ISIN: JE00B4T3BW64 Symbol: 8GC
    Glencore PLC verstärkt sein Engagement in Kobalt und sichert sich mit der First Cobalt Corp einen Abnehmer für eine stattliche Menge an Kobalthydroxid. Sobald die First Cobalt Refinery in Betrieb ist, wird sie Nordamerikas einziger Hersteller von Kobaltsulfat für den EV-Markt sein. Damit zeigt Glencore sein nachhaltiges Interesse im definierten Mobilitätsmarkt der Zukunft.

    Wie die First Cobalt Corp zuletzt vermeldete, hat das Unternehmen einen Liefervertrag mit der Glencore PLC unterzeichnet. Inhaltlich liefert Glencore ab 2022 jährlich stattliche 4.500 Tonnen Kobalthydroxid aus der Demokratischen Republik Kongo an First Cobalt zur Verwendung in seiner Raffinerie im Norden von Ontario. Mit von der Partie ist auch die China Molybdenum Ltd (CMOC).

    Nach den gesetzlichen Förderungen der neuen US-Regierung wird man hier gerade noch in dem aufstrebenden EV-Markt Fuß fassen können. Joe Biden hatte in seiner ersten Rede nach dem Wahlsieg hierfür 150 Mrd. USD vorgesehen. Der Absatz von Elektrofahrzeugen in Europa ist im Jahr 2020 um mehr als 100 % gestiegen und die USA und China werden wohl die nächsten großen Märkte sein, die in den Schwung kommen. Die deutsche Volkswagen AG konnte Tesla in den Auslieferungen von E-Fahrzeugen bereits überholen.

    Das enthaltene Kobalt, das von der KCC-Mine von Glencore und der Tenke Fungurume-Mine von CMOC in der Demokratischen Republik Kongo geliefert wird, soll 90% der geplanten Kapazität von 5.000 Tonnen pro Jahr für die kanadische Raffinerie liefern und gleichzeitig 22.250 Tonnen Kobaltsulfat in Batteriequalität pro Jahr erzeugen. Gemäß den Bedingungen des verbindlichen Kobalthydroxid-Liefervertrags wird Glencore die First Cobalt Refinery ab dem 4. Quartal 2022 fünf Jahre lang aus dem KCC-Bergbaubetrieb beliefern.

    Für die Glencore PLC zeigt sich seit dem Managementwechsel ein verbesserter Produktmix mit mehr zukünftiger Ausrichtung. Die Aktie ist bei 2,50 EUR ausgebrochen und kostet aktuell 3,15 EUR. Phantasie ist weiterhin gegeben.

    FuelCell Energy - Wie soll das nur weitergehen?

    WKN: A2PKHA ISIN: US35952H6018 Symbol: FEY2
    Die FuelCell-Aktie hat sich in letzter Zeit besser entwickelt als der Branchenfavorit Plug Power, aber sie ist vermutlich im Windschatten einfach zu weit gestiegen. In einer kometenhaften Bewegung gelang es der FuelCell-Aktie die gesamte Phantasie des Wasserstoff-Marktes in Kursanstiege von über 500% seit Oktober umzumünzen. The Trend is your friend?

    Die ausschlaggebende News für den Sektor kam nicht von FuelCell sondern von Plug Power. Diese hatten es geschafft, eine 1,5 Mrd. USD Beteiligung aus Südkorea an Land zu ziehen. Es handelt sich um eine Entwicklungs-Partnerschaft mit der SK Group, einem der größten Konglomerate Südkoreas. Die SK Group steigt dabei als Großaktionär mit 9,9% bei Plug Power ein, die Aktie stieg allein an diesem Tag um 33%.

    Noch stärker und das ohne Meldung hat die FuelCell-Aktie von der guten Entwicklung der Plug Power-Aktie profitiert. Sie ist seit der Ankündigung am 6. Januar 2021 um 43% gestiegen. Die Marktkapitalisierung liegt nun bei 4,2 Mrd. USD, der Kurs bei 15,80 USD. Erst kürzlich hatte der Jefferies-Analyst Laurence Alexander die Coverage des Anbieters von Brennstoffzellen-Lösungen mit einem "Hold"-Rating und einem Kursziel von 11,00 USD aufgenommen.

    Im aktuellen Umfeld stehen die Sterne natürlich gut für alle Wasserstoff-Technologie-Unternehmen. Angesichts günstiger politischer Verschiebungen zugunsten erneuerbarer Energien und speziell der Wasserstoffproduktion kann man die Rallye zwar begründen. Dennoch fällt es einem rational denkenden Anleger schwer, Kurs-Umsatz-Ratios von über 100 immer noch kaufen zu wollen. Aber vielleicht können manche Aktien das Gesetz der Schwerkraft einfach geschickt aushebeln - ausgeschlossen ist das auch 2021 nicht!


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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