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20.11.2020 | 05:10

E.ON, RWE, Defense Metals: Energie-Investments – von langweilig bis spekulativ

  • Energie
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Bildquelle: pixabay.com

Wie die Experten des Investmenthauses Clearbridge Investments schreiben, könnte die Welt vor einer Phase des Aufschwungs stehen. Maßgeblich für diese Entwicklung könnten neben den Maßnahmen der Notenbanken auch die Investitionen in Infrastruktur sein. Wie die Experten betonen, würden bereits Investitionen von 100 Mrd. USD rund eine Million Jobs schaffen. Jeder Dollar der investiert wird, zahle sich zudem auf Sicht von Jahrzehnten mehrfach aus und trage zum Wachstum bei. Anders als in den vergangenen Jahren, dürften von diesem Wachstum nicht nur die klassischen Tech-Titel profitieren, sondern auch traditionelle Branchen, wie etwa Versorger.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Nico Popp
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E.ON: Netzbetreiber mit Zukunft

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Die Aktie von E.ON war während der vergangenen Jahre alles andere als ein Renditebringer: Der Aktienkurs bewegte sich bestenfalls seitwärts. Dennoch hat das Unternehmen genau das zu bieten, was in Zukunft Rendite verspricht. Schon vor Jahren hat E.ON die konventionelle Energieerzeugung ausgelagert und ist heute in erster Linie Netzbetreiber. Damit ist E.ON für die Zukunft gut aufgestellt. Nimmt man an, dass die Digitalisierung immer mehr Bereiche der klassischen Industrie erfasst, dürften vor allem die Anforderungen an die Netze steigen. Schon heute emittiert E.ON Green Bonds und profitiert daher vom Boom dieser Anlageklasse.

Während der Kurs der Aktie wenig Freude macht, kann immerhin die Dividenden überzeugen: Mit annähernd 5% rentiert ein Anteilsschein aktuell. In Zukunft könnte die Ausschüttung sogar noch steigen. Damit ist E.ON eine solide Aktie, die zwar Zukunft hat, aber aktuell noch immer unter dem Radar handelt. Große Sprünge sind von der Aktie nicht zu erwarten.

RWE: Dickschiff ohne viel Fantasie

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Ähnlich sieht es auch bei Konkurrent RWE aus. Immerhin konnte die Aktie von RWE in den vergangenen Jahren stärker steigen, bietet aber dafür auch nur eine geringere Dividendenrendite. RWE fokussiert sich komplett auf die Energieerzeugung und startet vor allem bei regenerativer Energie durch. Dazu wurden zuletzt Teile von E.ON übernommen. Perspektivisch könnten gar weitere Projekte hinzukommen. Diese Marktmacht dürfte sich für RWE langfristig auszahlen. Mit Blick auf die Zukunft erwarten Anlageexperten, wie etwa Clearbridge Investments, einen steigenden Energieverbrauch. Profiteure könnten Unternehmen sein, die aktuell unter dem Radar des Marktes handeln – Beispiele dafür sind E.ON oder auch RWE.

Der Markt für Seltene Erden wird enger und enger

Wenn man an die Energieversorgung der Zukunft denkt, kommt es neben der Produktion und der Verteilung von Strom auch auf die Speicherung an. Kapazitätsspitzen könnten so ausgeglichen werden und anfallende Energie, beispielsweise aus regenerativen Quellen, gespeichert werden. Im Zuge dessen verweist das Investmenthaus Clearbridge auch auf die erwartete steigende Nachfrage nach Industriemetallen bis 2030. Gerade kritische Metalle, wie etwa Seltene Erden, werden in Akkus oder elektronischen Geräten verbaut. Erst kürzlich übernahm die Fortress Value Akquisition Group für 1,4 Mrd. USD den Seltene-Erden-Produzenten Mountain Pass. Das Projekt gilt als eines der wenigen vielversprechenden in Nordamerika. Seit Jahren dominiert China den Markt für Seltene Erden.

Defense Metals: Micro-Cap in aussichtsreicher Position

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Dass diese kritischen Metalle Perspektive haben, zeigte zuletzt auch der Kurs des jungen Seltene-Erden-Unternehmens Defense Metals und zog deutlich an. Defense Metals agiert mit seinem Wicheeda-Projekt 80 Kilometer nordöstlich der Stadt Prince George im kanadischen Distrikt British Columbia und ist damit eines der wenigen Projekte auf nordamerikanischem Boden. Das Wicheeda-Projekt ist über eine ganzjährig befahrbare Straße erreichbar und verfügt über Infrastruktur, wie etwa Elektrizität.

Bis zum ersten Quartal 2021 will das Unternehmen nähere Details zur Wirtschaftlichkeit des geplanten Projekts bekanntgeben. Aktuell ist das Unternehmen lediglich mit rund 6,5 Mio. EUR bewertet und damit ein Micro-Cap. Bei Hinweisen auf eine mögliche wirtschaftliche Förderung von Seltenen Erden auf dem Wicheeda-Projekt, dürfte diese Bewertung allerdings der Vergangenheit angehören. Im Gegenzug besteht das Risiko, dass die Wette nicht aufgeht. Auf dem aktuellen Bewertungsniveau erscheint das Chance-Risiko-Verhältnis für spekulativ-orientierte Investoren dennoch günstig. Zwar dürften auch Standardwerte wie E.ON und RWE von Investitionen in Stromnetze und dem steigenden Bedarf an regenerativer Energie profitieren, doch bleiben Seltene Erden das vielseitigere Investment: Neben ihrer Rolle für Stromspeicher kommen sie auch in elektrischen Geräten zum Einsatz.


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Der Autor

Nico Popp

In Süddeutschland zuhause, begleitet der leidenschaftliche Börsianer die Kapitalmärkte seit rund zwanzig Jahren. Mit einem Faible für kleinere Unternehmen ausgestattet, ist er ständig auf der Suche nach spannenden Investmentstorys

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