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22.12.2021 | 05:10

Infineon, Saturn Oil + Gas, S&T – Viel Bewegung am Jahresende

  • Märkte
  • Öl
Bildquelle: pixabay.com

Es ist viel los an den letzten Börsentagen des Jahres 2021. Die Angst vor weiteren Lockdowns aufgrund der Omikron-Variante belasten die Märkte genauso wie die Sorge vor baldigen Zinserhöhungen. So bleibt dem DAX ein Endspurt in Richtung 16.000 Punkte verwehrt. Auch der Ölpreis konsolidiert aufgrund der Konjunkturrisiken in Folge möglicher bevorstehender Lockdowns. Für einen Paukenschlag sorgte schließlich der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der durch die Einführung von mehreren Maßnahmen eine weitere Dollarisierung der Wirtschaft verhindern will. Kurzfristig ist ihm dies geglückt, die Lira erholte sich binnen Minuten um rund 30%.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: Saturn Oil + Gas Inc. | CA80412L8832 , INFINEON TECH.AG NA O.N. | DE0006231004 , S+T AG (Z.REG.MK.Z.)O.N. | AT0000A0E9W5

Inhaltsverzeichnis:


    Bullische Aussichten bei Saturn Oil & Gas

    Ereignisreich war das Jahr für den kanadischen Ölproduzenten Saturn Oil & Gas. Bereits im Juni wurden die Weichen für eine spektakuläre Neuausrichtung gestellt, die das Unternehmen über Nacht zu einem der führenden Produzenten der Region Saskatchewan hochschnellen ließ. Mit dem Kauf der Oxbow-Liegenschaften konnte die Förderleistung auf 7.000 Barrel pro Tag verzwanzigfacht werden. Für die nächsten drei Jahre identifizierte das Unternehmen zudem das Potenzial zur Generierung von jährlichen freien Cash-Flows durch die Optimierung und erneute Komplettierung von mehr als 500 bestehenden Bohrlöchern.

    Dass Saturn Oil & Gas auf das richtige Pferd gesetzt hat, zeigten bereits die ersten vollständigen Zahlen nach der Übernahme der Oxbow-Assets zum dritten Quartal. So konnte der Produzent den operativen Cashflow in Q3 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um mehr als den Faktor 13 steigern und 13,9 Mio. CAD verbuchen. Das entspricht einem Cashflow von 0,55 CAD je Aktie. Von dem freien Cash-Flow in Höhe von 9,5 Mio. CAD wurde knapp die Hälfte in drei erfolgreiche Bohrungen investiert.

    In einer überarbeiteten Studie erhöhten die Analysten der GBC AG aufgrund der Q3-Zahlen ihr Kursziel von 9,20 CAD auf 12,17 CAD. Die Reife des Oxbow-Vermögenswertes und die niedrige Rückgangsrate von 12% geben Saturn Oil & Gas Flexibilität für zukünftige Investitionen, schreibt Analyst Julien Desrosier in einer vorliegenden Studie. Die starke Absicherung gegen den WTI-Kassapreis sichert die Schuldentilgung zwar auf Kosten der Begrenzung potenzieller Einnahmesteigerungen. Sie schafft jedoch Einnahmestabilität, erleichtert langfristige Prognosen und sichert die interne Finanzierung von Wachstumsprojekten. Zudem sieht der Experte das Unternehmen bereit für die nächste Entwicklungsstufe. Diese sei sowohl organisch als auch durch Akquisitionen möglich.

    Infineon profitiert von der Konkurrenz

    Von starken Quartalszahlen der Konkurrenz profitieren konnte der größte Halbleiterhersteller Deutschlands, Infineon. Aus charttechnischer Sicht war dieser Impuls dringend nötig, um ein weiteres Abrutschen unter die Unterstützung bei 38 EUR verhindern zu können. Ein starker Quartalsbericht des US-Chipherstellers Micron und dessen vom Markt positiv aufgenommene Prognose verschafften dem Unternehmen mit Sitz in Neubiberg Auftrieb.

    Das US-Pendant meldete einen Gewinn je Aktie von 2,16 USD und einen Erlös von 7,69 Mrd. USD. Analysten hatten im Vorfeld mit einem Gewinn je Aktie von 2,10 USD und Umsätzen von 7,68 Mrd. USD gerechnet. Der CEO von Micron, Sanjay Mehrotra, begründete die guten Zahlen im abgelaufenen Quartal mit der „starken Dynamik des Produkt-Portfolios“. Überdies wurden neue Lösungen für Kunden aus den Bereichen Automotive, Rechenzentren, Clients, Mobilgeräte und Grafik und ausgeliefert. Micron profitiert von Zukunftstrends wie 5G, KI und der Einführung von Elektrofahrzeugen.

    Auch für das kommende Jahr ist das Management positiv gestimmt und geht davon aus, dass die Nachfrageseite stark bleiben werde. „Heute sind es nicht mehr nur die Rechenzentren, sondern alle Endmärkte, die die Datenwirtschaft ankurbeln", erklärte der CEO von Micron. Arbeitsspeicher und Speicher werden weiterhin schneller wachsen als der Rest der Chipindustrie, angetrieben durch diese neuen Märkte. „Diese Dinge betreffen nicht nur den Kalender 2022. Es geht sogar darüber hinaus."

    Kaum Gegenwehr

    Nach dem kritischen Bericht von Viceroy Research brach die Aktie des österreichischen Technologiekonzerns S&T mit Sitz in Linz um mehr als 25% auf einen Tiefststand von 12,42 EUR ein. Die Investmentfirma, die zu Fraser Perring, einem bekannten Short-Seller gehört, äußerte sich negativ zur Bewertung der Aktie, sowie zu der Qualität von Zukäufen durch S&T, dem Wachstum und der Bilanz des Konzerns.

    Trotz einer ausführlichen Stellungnahme des Unternehmens sowie mehrerer positiver Analystenstimmen bleibt aktuell noch eine größere Gegenbewegung aus. So wiederholte die Privatbank Hauck & Aufhäuser ihre Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 31 EUR.

    Anlegern ist zu raten, nicht in ein fallendes Messer zu greifen. Auch wenn sich die Anschuldigungen als haltlos erweisen sollten, scheint die Situation aus technischer Sicht noch nicht bereinigt zu sein.


    Das Börsenjahr neigt sich dem Ende, die Chance auf neue Alzeit-Hochs wurde bereits mit dem Auftreten der neuen Omikron-Variante zu Nichte gemacht. Auch der Ölpreis konsolidiert. Durch den Rücksetzer bietet sich beim Erdölproduzenten Saturn Oil & Gas eine langfristige Kaufgelegenheit. Bei den Halbleiter-Produzenten sind die Aussichten für das nächste Jahr ebenfalls positiv, bei S&T sollte man von der Seitenlinie zusehen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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