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21.09.2021 | 05:10

LPKF Laser, Almonty Industries, Wacker Chemie – Glänzendes Wachstum

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Beim letzten TV-Triell vor der Bundestagswahl wurde das Thema Klimaschutz heiß diskutiert. Dabei äußerte die Kandidatin der Grünen in ihrem Schlussstatement, dass sie „als Bundeskanzlerin für echten Aufbruch stehe, die beim Klimaschutz keine halben Sachen macht.“ Die Dekarbonisierung müsse her, so schnell wie möglich. Blickt man im Augenblick jedoch zum einen auf das Stocken beim Ausbau der Infrastruktur bei den Erneuerbaren Energien, zum anderen auf den Mangel an Rohstoffen, die dafür benötigt werden, sollte man das ambitionierte Ziel zumindest einmal ernsthaft hinterfragen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , WACKER CHEMIE O.N. | DE000WCH8881 , LPKF LASER+ELECTRON. | DE0006450000

Inhaltsverzeichnis:


    Almonty Industries – China zum Trotz

    Die Nachfrage nach Rohstoffen zum Ausbau der Erneuerbaren Energien ist enorm und übersteigt bereits jetzt das Angebot. Lithium, Kobalt oder Nickel sind aktuell schwer zu erwerben. Dabei ist der Zyklus, in Deutschland liegt der Gesamtanteil der Elektroautos gerade einmal etwas über 10%, gerade am Anfang. Erschwerend hinzu kommt der Handelskrieg zwischen China und den USA. Das Reich der Mitte ist der Hauptproduzent mit einer Quote von durchschnittlich 80% des Weltmarktes. Durch die steigende Inlandsnachfrage bleibt immer weniger für die westlichen Industriestaaten übrig.

    Noch höher fällt der Anteil der Produktion beim strategischen Metall Wolfram mit 85% aus. Die Knappheit ex-China zeigt sich am Kurs für Wolfram-APT (Ammonium Paratungsten), der aktuell so hoch liegt wie seit über drei Jahren nicht mehr. Wolfram dürfte den Meisten beim Einsatz als Glühwendel in Lampen bekannt sein. Aktuell herrscht neben der Öl- und Gasindustrie verstärkte Nachfrage bei neuen Industrien wie Ladestationen für E-Autos, 5G-Netzwerke und Halbleiter.

    Eine Möglichkeit, sich außerhalb Chinas Wolfram zu besorgen, ermöglicht Almonty Industries, die in Sangdong in Südkorea die größte Wolframmine der Welt errichten. Zum Ende des kommenden Jahres soll die Mine Wolframkonzentrate von bis zu 10% des globalen Marktes produzieren. Der Spatenstich erfolgte bereits im 2.Quartal dieses Jahres, die Finanzierung wurde mit der Durchführung einer Kapitalerhöhung in Höhe von 9,4 Mio. EUR abgeschlossen. Für den Fremdkapital-Einsatz steuert die Frankfurter KfW-IPEX Bank über 75,1 Mio. USD bei.

    Mit der österreichischen Plansee-Gruppe wurde zudem bereits ein Abnehmer für die kommenden 15 Jahre mit garantierter Preisuntergrenze gefunden. Plansee ist zudem an der Almonty Industries beteiligt, genauso wie die Deutsche Rohstoff AG, die 12,2% am kanadischen Unternehmen hält. Die aktuell steigenden Wolframpreise und die näher rückende Produktionsaufnahme dürfte dem Kurs von Almonty Industries Flügel verleihen. Derzeit liegt der Börsenwert bei 119,80 EUR.

    LPKF Laser – Lieferant der Solarindustrie

    Der Hersteller von Maschinen und Lasersystemen zur Mikromaterialbearbeitung, LPKF Laser, erfreut sich zunehmender Beliebtheit in der Solarindustrie. Schon im Juli erhielt das Unternehmen aus Garbsen einen Auftrag eines Solarmodulanbieters. Nun konnte eine weitere Order über 10 Mio. EUR aus der Solarbranche verzeichnet werden. Umsatzrelevant wird diese für die Geschäftsjahre 2022 und 2023. Insgesamt beläuft sich der Auftragsbestand aus der Solarbranche auf über 40 Mio. EUR.

    Insgesamt lief das Jahr 2021 nur zögerlich an und war von Umsatzeinbrüchen und höher als erwarteten Verlusten geprägt. Die Auftragssituation habe sich nun deutlich verbessert, so dass in der zweiten Jahreshälfte höhere Umsätze bilanziert werden dürften. Im Zuge des schwachen Jahresverlaufs verlor auch die Aktie von LPKF-Laser über 30% an Wert. Im Bereich um 20 EUR verläuft eine breite Unterstützungszone, die nach erfolgreichem Test zum Einstieg genutzt werden könnte.

    Wacker Chemie – Rücksetzer nutzen

    Deutlich rosiger zeigt sich das Chartbild beim Chemiekonzern Wacker Chemie. Nach den Höchstständen Mitte des Monats bei 159,45 EUR korrigiert die Aktie der Münchner auch aufgrund des schwachen Gesamtmarktes und testet im Moment die breite Unterstützung bei 150 EUR. Fundamental wurde die starke Kursperformance durch die Erhöhung der Jahresprognosen sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Ergebnis. Der Grund für die erneute Anpassung nach oben ist der steigende Preis von Polysilicium und einer hohen Nachfrage in den Chemiebereichen.

    Das Umsatzziel wurde nun von 5,5 Mrd. EUR auf 6 Mrd. EUR hochgeschraubt. Im Vorjahr erzielte Wacker Chemie noch Erlöse in Höhe von 4,7 Mrd. EUR. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll nun bei 1,2 Mrd. EUR bis 1,4 Mrd. EUR liegen. Bei früheren Prognosen rechnete das Unternehmen mit einem operativen Gewinn zwischen 0,9 Mrd. EUR bis 1,1 Mrd. EUR.

    Aufgrund der höher gesteckten Jahresziele ließ die Schweizer Großbank UBS die Aktie von LPKF Laser auf „buy“ und festigte das Kursziel von 190 EUR. Die Mitte der neuen Zielspanne liege zwar unter den internen Schätzungen, das für das dritte Quartal erwartete EBITDA bewege sich jedoch darüber.


    Der Klimaschutz beherrscht den Wahlkampf. Wie üblich werden vor der Wahl ehrgeizige Ziele und Versprechen posaunt, die Realität bei der Umsetzung sieht dann jedoch oft anders aus. Durch die Knappheit am Wolframmarkt wird Almonty Industries ein globaler Player. Dagegen profitiert LPKF Laser von steigender Nachfrage aus der Solarindustrie und ist auf aktuellem Wert interessant, ebenso wie der Münchner Chemiekonzern Wacker Chemie.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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