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22.08.2022 | 05:10

Nio, Almonty Industries, Xiaomi – Vorteil China

  • China
  • Rohstoffe
  • SelteneErden
  • Wolfram
Bildquelle: pixabay.com

Die Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten von Amerika und China werden durch die unnötige Provokation mit dem Besuch von Nancy Pelosi in Taiwan immer größer. Im Falle einer Eskalation des Konflikts würden auf die westliche Wirtschaft noch nicht vorstellbare wirtschaftliche Folgen treffen. Denn das Reich der Mitte besitzt bei mehreren Rohstoffen, die nicht nur existenziell für die Produktion von Erneuerbaren Energien sind, quasi ein Monopol. Bereits seit Jahren versucht vor allem die USA, diese Abhängigkeit zu verringern, bislang mit geringem Erfolg. Den wenigen westlichen Produzenten der seltenen Rohstoffe steht damit eine goldene Zukunft bevor.

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: XIAOMI CORP. UNSP.ADR/ 5 | US98421U1088 , NIO INC.A S.ADR DL-_00025 | US62914V1061 , ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034

Inhaltsverzeichnis:


    Extreme Abhängigkeit vom Reich der Mitte

    Was mit der Corona-Pandemie begann, wurde nun mit den ausgesprochenen Sanktionen gegen Russland noch einmal deutlich verschärft. Die Folgen dürften spätestens jetzt jedem gutgläubigen Endverbraucher durch einen leeren Geldbeutel noch vor Erhalt des nächsten Gehaltsschecks bewusst werden. Knappheit überall, leere Regale in Super- und Baumärkten und stark gestiegene Preise von gefühlt allen Gütern des täglichen Gebrauchs wurden in den vergangenen Monaten zur Normalität. Doch ob ein Ende der Preisspirale nach oben in Reichweite ist, ist aus heutiger geopolitischer Sicht eher unwahrscheinlich, droht doch schon der nächste Konflikt in Taiwan, der die Beziehungen zwischen China und der westlichen Welt sowohl politisch als auch wirtschaftlich auf eine neue Eskalationsstufe heben könnte.

    Denn - sollte dies in Berlin und Washington noch nicht angekommen sein - die Abhängigkeit zum Reich der Mitte ist erdrückend. Ein Vorgehen wie gegen den russischen Aggressor wäre hier schier unmöglich und hätte gleichermaßen fatale Folgen für Wirtschaft, Industrie und Gesellschaft. Die Volksrepublik China ist in den letzten Jahren, gemessen am Warenhandel, zum wichtigsten Handelspartner Deutschlands aufgestiegen. Bei den Wareneinfuhren Deutschlands lag China mit 142 Mrd. EUR im Jahr 2021 an erster Stelle, gefolgt von den Niederlanden mit 105 Mrd. EUR und den USA mit nur 72 Mrd. EUR. Strategische Abhängigkeiten Deutschlands und des Westens bestehen vor allem bei kritischen Rohstoffen. So kontrolliert die größte asiatische Volkswirtschaft die komplette Wertschöpfungskette bei seltenen Erdmetallen, die für Smartphones, Computerfestplatten, MRT-Geräte, Katalysatoren, Legierungen, Dauermagneten oder Batterien benötigt werden. Bei Erneuerbaren Energien sind seltene Erdmetalle essenziell für den Bau von Elektroautomobilen und Windkraftanlagen.

    Almonty Industries – Vor dem großen Wurf

    Ähnlich düster sieht die Lage beim kritischen Metall Wolfram aus, bei dem China rund 85% der weltweiten Produktion einnimmt. Wolfram ist für die heutige Hightech-Industrie unverzichtbar. Neben der Energie- und Lichttechnik wird das seltene Metall in der Raumfahrt, Rüstungsindustrie sowie der Telekommunikations- und Medizintechnik eingesetzt. Bereits jetzt kann das Angebot der steigenden Nachfrage nur schwer folgen. In den nächsten Jahren gehen Experten durch die Beschleunigung der Transformation auf Erneuerbare Energien von einem Engpass aus.

    Almonty Industries dürfte hierbei einer der Hauptprofiteure sein, denn Wolfram-Projekte in der westlichen Welt gibt es aktuell nur wenige. Das Hauptgeschäft von Almonty mit Sitz in Toronto, Kanada, ist der Abbau, die Verarbeitung und der Versand von Wolframkonzentrat aus seiner Mine Los Santos in Westspanien und seiner Mine Panasqueira in Portugal sowie die Erschließung seiner Wolframmine Sangdong in Südkorea. Bei voller Inbetriebnahme zeigt sich die Sangdong-Mine in der Lagerstätte Almonty Korea Tungsten zukünftig für 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas verantwortlich. Das koreanische Betriebsumfeld ist sehr wettbewerbsfähig, mit relativ niedrigen Material- und Arbeitskosten, niedrigen Steuern und lizenzfrei, was bedeutet, dass die prognostizierten Kapitalkosten deutlich niedriger wären als die der meisten vergleichbaren westlichen Projekte.

    Das Monsterprojekt ist bereits durch die letzte aufschiebende Bedingung, einer Kapitalerhöhung, vollständig finanziert. Die KfW-IPEX-Bank, die sich für den Fremdkapitalanteil verantwortlich zeigt, zahlte bereits die erste Tranche über 12,80 Mio. USD von der Gesamtfazilität von 75,1 Mio. USD aus. Zudem ist der Bau der größten Wolframmine der Welt bereits weit fortgeschritten. Mit dem Almonty Korea Moly-Projekt, das sich auf dem Grundstück der Sangdong-Mine befindet, könnte zudem noch ein weiterer Wurf gelingen, der die Bewertung der Aktie deutlich nach oben schrauben könnte. Die Deep Moly Lagerstätte hat einen ähnlichen Ursprung, ist aber vollständig von der Wolframmine von Sangdong getrennt, sowohl physisch und geologisch. Hier wurde eine signifikante erste Molybdän-Ressource definiert. Erste unabhängige Schätzungen der Molybdän-Mineralressourcen (Inferred Kategorie) ergaben bei 21,48 Mio.t Gestein rund 0,26% Molybdänsulfid bei einem Cut-off-Wert von 0,19%.

    Almonty Industries besitzt aktuell einen Börsenwert von 191,02 Mio. CAD. Durch die steigende Nachfrage von Wolfram und Molybdän dürften die Kanadier mit der größten Mine der Welt überproportional profitieren.

    Xiaomi, Nio – Covid und der Gang nach Europa

    Auch in China leiden Produzenten unter den steigenden Produktions- und Energiekosten. Das Hauptproblem im Reich der Mitte waren zumindest im vergangenen Quartal die strengen COVID-Beschränkungen aufgrund des Anstiegs der Corona-Infektionszahlen. Zu spüren bekam dies der Smartphone-Hersteller Xiaomi mit aller Härte. So sank der Umsatz für die Monate April bis Juni um 20% gegenüber dem Vorjahresquartal auf 10,25 Mrd. EUR. Allein bei den Smartphone-Verkäufen, die sich für rund 50% der Erlöse verantwortlich zeichnen, musste ein Einbruch von 29% hingenommen werden. Der Nettogewinn fiel sogar um 67% auf 0,3 Mrd. EUR und verfehlte damit ebenso die Schätzungen der Analysten.

    President Wang Xiang erklärte in einer Analystenkonferenz, dass die negative Entwicklung primär dem Wiederaufflammen der Pandemie auf dem chinesischen Markt und der damit verbundenen schwachen Nachfrage geschuldet war. Die Überseeverkäufe seien zudem aufgrund steigender Energiekosten wie auch die Inflation belastet.

    Beim Elektroautomobilbauer Nio dagegen stehen die Zeichen auf Expansion. Der Deutschland-Start ist bereits noch in diesem Jahr eingeplant. Als erstes Exportmodell ist die Limousine ET7 vorgesehen. Neben Deutschland plant der Autobauer zudem den Gang nach Schweden, Dänemark und die Niederlande. Das Besondere an NIO ist, dass der Autobauer die Batterien seiner Autos in Batterietauschstationen tauschen lässt. So müssen Kunden nicht aufs Laden warten. In Ungarn soll eine Fabrik für eben diese Tauschstationen entstehen. Bis 2025 will NIO weltweit 4.000 Tauschstationen betreiben.


    China beherrscht viele Teile des Rohstoffmarktes. Neben seltenen Erdmetallen wird auch das kritische Metall Wolfram knapp. Mit dem Bau der weltweit größten Wolframmine dürfte Almonty Industries überproportional profitieren. Die Zahlen von Xiaomi sind durch die COVID-Maßnahmen eingebrochen. Dagegen will Nio noch in diesem Jahr in Europa wachsen.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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