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27.09.2021 | 06:05

Valneva, Defence Therapeutics, CureVac – Impfstoffhersteller aus der zweiten Reihe bieten hohes Potential

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Bildquelle: pixabay.com

Der Kampf gegen das Corona-Virus läuft noch immer, obwohl immer mehr Menschen mit Vektor- oder mRNA-Impfstoffen geimpft sind. In Europa haben durchschnittlich 60% aller Menschen eine Impfung erhalten. Noch ist keine Herdenimmunität erreicht, was zum Teil auch an den Impfskeptikern liegt, die den neuartigen Impfungen noch nicht vertrauen. Abhilfe versprechen neue Impfstoffe, die auf toten Viren basieren. Diese Methode ist beispielsweise bei den Grippeimpfungen bereits erprobt. Eine Studie in der Schweiz hat ergeben, dass sich etwa 70% der Ungeimpften doch impfen lassen würden, wenn die Methode bereits erprobt wäre. So könnte die Herdenimmunität erreicht werden und Normalität in den Alltag zurückkehren. Welcher Impfstoffhersteller, der aktuell noch kein zugelassenes Produkt besitzt, könnte den Markt aufmischen?

Lesezeit: ca. 4 Min. | Autor: Armin Schulz
ISIN: VALNEVA SE EO -_15 | FR0004056851 , DEFENCE THERAPEUTICS INC | CA24463V1013 , CUREVAC N.V. O.N. | NL0015436031

Inhaltsverzeichnis:


    Valneva – warten auf die Ergebnisse der Studie

    Die letzten anderthalb Monate waren für Aktionäre der französisch-österreichischen Valneva eine Achterbahnfahrt. Mitte August schoss die Aktie in die Höhe, um nach der Kündigung des Liefervertrages durch Großbritannien wieder zum Ausgangspunkt der Rallye zurückzukehren. Damit gehen sicher geglaubte 1,4 Mrd. EUR Umsatz verloren und das, obwohl die Ergebnisse der klinischen Phase-3 Studie noch gar nicht vorliegen.

    Diese Ergebnisse werden voraussichtlich im Oktober erwartet. Sind die Ergebnisse positiv, dürfte es für den „klassischen“ Impfstoff durchaus eine größere Nachfrage geben. Im Gegensatz zu vielen anderen Corona-Impfstoff Herstellern kann Valneva bereits zwei Impfstoffe auf dem Markt vorweisen. In der Pipeline befinden sich noch weitere Impfstoffe. Interessanterweise arbeitet man bei dem Impfstoff VLA15 zusammen mit Pfizer. Pfizer hat mit BioNTech gezeigt, dass das Unternehmen schon einmal auf das richtige Pferd gesetzt hat.

    CEO Thomas Lingelbach sagte: “Wir erhalten weiterhin täglich Nachrichten von Menschen aus der ganzen Welt, die auf einen inaktivierten Impfstoff warten, daher glauben wir weiterhin, dass unser differenzierter Impfstoffkandidat zum anhaltenden Kampf gegen die COVID-19-Pandemie beitragen könnte.“. Die Nachfrage scheint vorhanden zu sein. Bei guter Wirksamkeit des Impfstoffs könnten sich die Verhandlungen mit der Europäischen Kommission deutlich einfacher gestalten. Oberhalb von 15,60 EUR wäre der Seitwärtskanal nach oben durchbrochen.

    Defence Therapeutics – nasaler Corona-Impfstoff

    Das kanadische Biotech-Unternehmen stützt seine Wirkstoffentwicklung auf die firmeneigene Accum-Technologie. Ein Baustein der Entwicklungspipeline sind die Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten, wie eben dem Corona-Virus. Dabei verfolgt das Unternehmen einen anderen Ansatz als viele Mitbewerber. Nachdem Forscher festgestellt haben, dass gerade mit der Delta-Variante Erkrankte eine bis zu 1.260-fache Viruslast in der Nasenhöhle aufweisen verglichen mit der ursprünglichen Corona-Variante, entschloss sich das Unternehmen dazu, den Kampf gegen das Virus am ersten Infektionsort aufzunehmen.

    Der AccuVAC-IN002 Wirkstoff wird intranasal verabreicht. Der CEO erklärte: „Durch die neue AccuVAC-IN002-Formulierung von Defence sind wir in der Lage, sowohl IgA- als auch IgG-Antikörperreaktionen auf systemischer Ebene und an den Schleimhautarealen auszulösen. Dies hätte zur Folge, dass die Übertragung blockiert wird und würde somit nicht nur die anfängliche Infektion stoppen, sondern auch eine fast 100-prozentige Blockade der Freisetzung der Viren (Shedding) gewährleisten.“ Bisher wurde das Mittel erst an Tieren getestet. Man darf gespannt sein, wie die weiteren Studien ausfallen werden.

    Neben der Entwicklung des Corona-Impfstoffs, gab das Unternehmen auch Fortschritte bei seinem dentrischen Zell-Impfstoff bekannt. Genauere Informationen will das Management in naher Zukunft bekannt geben. Die Aktie ist aktuell in einem intakten Aufwärtstrend und konsolidiert momentan. Solange 6 Kanadische Dollar (CAD) nicht mehr unterschritten werden, bleibt das Chartbild bullish. Die Marktkapitalisierung fällt mit rund 243 Mio. CAD wesentlich günstiger aus als die der Konkurrenz.

    CureVac – verkleinert Produktionskapazitäten

    CureVac war mit vielen Vorschlusslorbeeren bedacht worden. Das Tübinger Unternehmen war sich sicher, dass es bei der Impfstoffentwicklung auf mRNA Basis vorne dabei sein würde. Die Geschichte von Verzögerungen und der letztlich schwachen Wirksamkeit des Präperats haben das Unternehmen zu einem Kandidaten für die zweite Reihe gemacht. Zu Anfang gab es Hoffnung, dass man aufgrund der neuen Virus-Mutanten einen optimierten Impfstoff würde präsentieren können. Am 16. August gab das Unternehmen eine verbesserte Immunantwort und Schutzwirkung seiner neuen Impfstoffvariante bekannt.

    Der Aktienkurs sprang prompt wieder an. Schaut man sich die Nachricht genauer an, so ist der Weg bis zur Zulassung aber anscheinend noch weit. Der Wirkstoff wurde an Affen getestet. Mit der Meldung vom 14. September enttäuschte das Unternehmen seine Aktionäre erneut. Die Verträge mit den Produktionspartnern Wacker und Celonic wurden gekündigt. Das Management begründete das Vorgehen mit der Anpassung der Spitzennachfrage nach Impfstoffen. Für den Markt bedeutete das lediglich, dass das Unternehmen selbst nicht mehr so recht an seinen Erfolg glaubt.

    Die Aktie ist seitdem wieder in den Sinkflug übergegangen. Das Tief von 39,10 EUR wurde bis jetzt aber nicht rausgenommen, so dass sich das Papier in einer Seitwärtsphase befindet. Die Entwicklungspipeline des Unternehmens ist voll mit prophylaktischen Impfstoffen, Krebsimmuntherapien und proteinbasierten Therapien, die sich alle meist in der präklinischen Entwicklung befinden. Der Weg zum fertigen Produkt ist also noch weit. Momentan sollte man auf positive Nachrichten warten bevor man einsteigt.


    Auch wenn alle drei Unternehmen unterschiedliche Ansätze beim Kampf gegen Corona verfolgen, so haben sie am Ende doch alle das gleiche Ziel. Valneva setzt auf eine bewährte Impfmethode und scheint momentan die größten Fortschritte zu erzielen. Defence Therapeutics greift das Virus da an, wo es auf den Menschen trifft. Weitere Fortschritte sollte man genau beobachten. CureVac scheint momentan hintenanstehen zu müssen. BioNTech und Moderna teilen sich den Markt der mRNA-Impfstoffe gegen Corona. Daher sind dort für CureVac momentan die Aussichten am schlechtesten. Trotzdem gilt bei allen drei Kandidaten, dass eine positive Nachricht alles verändern kann.


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    Der Autor

    Armin Schulz

    Der gebürtige Mönchengladbacher studierte Betriebswirtschaftslehre in den Niederlanden. Im Zuge des Studiums kam er erstmals mit der Börse in Kontakt. Er hat mehr als 25 Jahre Erfahrung bei Börsengeschäften.

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