Menü schließen




08.04.2021 | 04:50

Volkswagen, Rock Tech Lithium, Nio – es wird dramatisch für Deutschland!

  • Rohstoffe
Bildquelle: pixabay.com

Die metallverarbeitende Industrie sowie die Stahlhersteller in Deutschland vermelden zunehmend Lieferschwierigkeiten und steigende Kosten durch teilweise extrem anziehende Rohstoffpreise. Durch die stark wachsende Nachfrage aufgrund der Energiewende wird es zunehmend noch schwerer, die Rohstoffversorgung langfristig zu sichern. Die Abhängigkeit zu China, das bei vielen Metallen aktuell quasi ein Monopol besitzt, war bereits seit langem offensichtlich. Bereits 2008 forderte der damalige Bundespräsident Horst Köhler eine Rohstoffstrategie für die Bundesrepublik. Passiert ist seitdem wenig, der Engpass rückt jedoch stetig näher. Frei nach dem Motto eines ehemaligen SPD-Politikers: „Deutschland schafft sich ab“.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: CA77273P2017 , DE0007664005 , US62914V1061

Inhaltsverzeichnis:


    Rock Tech Lithium – Der Versorger für Deutschland

    WKN: A1XF0V ISIN: CA77273P2017 Symbol: RJIB
    Die Absatzzahlen der Elektroautobauer explodieren. Zudem kommen immer neue Player an den Markt. Die Disruption der Verbrennungsmotoren durch die Stromer hat extrem an Fahrt aufgenommen. Um die Abhängigkeit von China zu verkleinern, denkt die europäische Autowirtschaft weiter und plant nun den Bau von Batteriezellfabriken, um die Wertschöpfungskette abzusichern. Was jedoch weiterhin fehlt, ist der Rohstoff Lithium. Dieser wird aktuell noch zu 80% in China abgebaut und zu batteriefähigem Lithiumcarbonat oder -hydroxid weiterverarbeitet. Nun benötigt China zum einen als größter E-Automarkt der Welt selbst enorm viel Lithium, zum anderen herrscht zwischen dem Reich der Mitte und den USA ein Handelskrieg, in dem China besonders Rohstoffe wie seltene Erdmetalle als politisches Druckmittel einsetzt.

    Der Schrei nach europäischen Lithium-Raffinerien wird immer lauter. Auch diese laufen jedoch nicht, wenn nicht genügend Rohstoff, sprich Lithium, vorhanden ist. Eine Lösung für zwei Probleme hat das kanadische Unternehmen Rock Tech Lithium und will zu Deutschlands Lithiumversorger für die Automobilbranche aufsteigen. Bedienen könnte Rock Tech Lithium die gesamte Wertschöpfungskette. Die eigene Lithiumsulfat-Mine im kanadischen Ontario kann nun durch die im Januar erfolgte Kapitalerhöhung in Produktion gebracht werden. Der geförderte Rohstoff soll noch in Kanada zu Lithium-Sulfat verarbeitet werden und in einem Konverter, den dann ersten in Europa, zu Lithium-Hydroxid weiterverarbeitet werden. Dadurch wird es gelingen, die Transportkosten und die Umweltbelastungen niedrig zu halten. 24.000 Tonnen Lithium-Hydroxid pro Jahr könnte ein erster Konverter produzieren, was rund 500.000 Autobatterien entsprächen.

    So wird Ostdeutschland, in Sachsen-Anhalt, aufgrund der hohen Förderquote, als Standort favorisiert. Ein weiterer Vorteil wäre die zentrale Lage mitten in Deutschland und die Nähe zu Teslas Gigafactory in Grünheide und der neuen Kathodenfabrik von BASF in Schwarzheide. Rock Tech Lithium plant großes! so soll es nicht beim ersten Konverter bleiben. In den nächsten Jahren sind Weitere bereits in Planung.

    Die Jahresproduktion von einem Konverter von 24.000 Tonnen Lithium-Hydroxid würde einem Umsatz von 250 Mio. EUR und laut Firmenangaben einem Gewinn von 40 Mio. EUR gleichkommen. Der Börsenwert von Rock Tech Lithium liegt aktuell bei knapp 185 Mio. EUR.

    Volkswagen AG – Auf der Überholspur

    WKN: 766403 ISIN: DE0007664039 Symbol: VOW3
    Volkswagen drückt aufs Gas. Wurden im vergangenen Jahr bereits 230.000 vollelektrische Autos verkauft, plant die Wolfsburger Zentrale mit 800.000 im Gesamtjahr 2021. Damit würden sie Tesla als Weltmarktführer bereits früher als erwartet ablösen. Überhaupt wurden die noch im letzten Jahr aufgestellten Prognosen zu Gunsten der Elektromobilität über Bord geworfen. Anstatt zwei Zellfabriken sollen nun insgesamt sechs in ganz Europa gebaut werden. Die Produktions-Kapazität soll bis 2030 auf 240 GWh pro Jahr erweitert werden. Dann sollen auch 70% der produzierten Wagen vollelektrisch sein.

    Neben der eigenen Produktion wollen die Deutschen auch vom Wissen ihrer Beteiligungen profitieren. So ist Volkswagen seit Jahren am Spezialisten auf dem Gebiet der Festkörperbatterien, QuantumScape beteiligt. Nach erfolgreichen Testreihen wurde die Beteiligung nun mit weiteren 100 Mio. USD unterstützt. Für VW bieten die Festkörperbatterien, die in einer gemeinsamen Produktion 2025 starten soll, zwei wichtige Vorteile. Erstens ist die Energiedichte von Festkörperbatterien höher, das heißt, damit ausgestattete Elektroautos haben mehr Reichweite, und zweitens sollen sie sich schneller laden lassen.

    Nio – extremes Wachstum

    WKN: A2N4PB ISIN: US62914V1061 Symbol: N3IA
    Mit Lieferengpässen bei Mikrochips und Halbleitern hatte der chinesische E-Autobauer Nio zu kämpfen. So musste ab Ende März für 5 Tage das AC-NIO-Werk im chinesischen Hefei geschlossen werden. Auf die Zahlen zum ersten Quartal hatte dies jedoch noch keine Auswirkungen. So konnten insgesamt 20.600 Einheiten ausgeliefert werden, ein Wachstum von 423% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Allein im Monat März waren es 7.257 Fahrzeuge. Im Vergleich dazu liegt Nio im März hinter dem unangefochtenen Branchenführer BYD mit 23.386 Einheiten auf Platz 2 der Absatzcharts, noch vor den Konkurrenten XPeng (5.102 Units) und Li Auto (4.900 Units).

    Nio betreibt in China ein Battery-as-a-Service-Modell: Statt den Akku der Elektroautos zu laden, können Fahrer diesen an einer von inzwischen knapp 200 Akku-Tauschstationen innerhalb weniger Minuten gegen einen vollen Akku tauschen lassen.


    Interessenskonflikt

    Gemäß §85 WpHG weisen wir darauf hin, dass die Apaton Finance GmbH sowie Partner, Autoren oder Mitarbeiter der Apaton Finance GmbH (nachfolgend „Relevante Personen“) ggf. künftig Aktien oder andere Finanzinstrumente der genannten Unternehmen halten oder auf steigende oder fallende Kurse setzen werden und somit ggf. künftig ein Interessenskonflikt entstehen kann. Die Relevanten Personen behalten sich dabei vor, jederzeit Aktien oder andere Finanzinstrumente des Unternehmens kaufen oder verkaufen zu können (nachfolgend jeweils als „Transaktion“ bezeichnet). Transaktionen können dabei unter Umständen den jeweiligen Kurs der Aktien oder der sonstigen Finanzinstrumente des Unternehmens beeinflussen.

    Die Apaton Finance GmbH behält sich im Übrigen vor, künftig entgeltliche Auftragsbeziehungen mit dem Unternehmen oder mit Dritten in Bezug auf Berichte zu dem Unternehmen, über die im Rahmen des Internetangebots der Apaton Finance GmbH sowie in den sozialen Medien, auf Partnerseiten oder in Emailaussendungen berichtet wird einzugehen. Die vorstehenden Hinweise zu vorliegenden Interessenkonflikten gelten für alle Arten und Formen der Veröffentlichung, die die Apaton Finance GmbH für Veröffentlichungen zu Unternehmen nutzt.

    Risikohinweis

    Die Apaton Finance GmbH bietet Redakteuren, Agenturen und Unternehmen die Möglichkeit, Kommentare, Interviews, Zusammenfassungen, Nachrichten u. ä. auf www.inv3st.de zu veröffentlichen. Diese Inhalte dienen ausschließlich der Information der Leser und stellen keine Handlungsaufforderung oder Empfehlungen dar, weder explizit noch implizit sind sie als Zusicherung etwaiger Kursentwicklungen zu verstehen. Die Inhalte ersetzen keine individuelle fachkundige Anlageberatung und stellen weder ein Verkaufsangebot für die behandelte(n) Aktie(n) oder sonstigen Finanzinstrumente noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von solchen dar.

    Bei den Inhalten handelt es sich ausdrücklich nicht um eine Finanzanalyse, sondern um journalistische oder werbliche Texte. Leser oder Nutzer, die aufgrund der hier angebotenen Informationen Anlageentscheidungen treffen bzw. Transaktionen durchführen, handeln vollständig auf eigene Gefahr. Es kommt keine vertragliche Beziehung zwischen der der Apaton Finance GmbH und ihren Lesern oder den Nutzern ihrer Angebote zustande, da unsere Informationen sich nur auf das Unternehmen beziehen, nicht aber auf die Anlageentscheidung des Lesers oder Nutzers.

    Der Erwerb von Finanzinstrumenten birgt hohe Risiken, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. Die von der Apaton Finance GmbH und ihre Autoren veröffentlichten Informationen beruhen auf sorgfältiger Recherche, dennoch wird keinerlei Haftung für Vermögensschäden oder eine inhaltliche Garantie für Aktualität, Richtigkeit, Angemessenheit und Vollständigkeit der hier angebotenen Inhalte übernommen. Bitte beachten Sie auch unsere Nutzungsbedingungen.


    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

    Mehr zum Autor



    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von Jens Castner vom 29.10.2026 | 05:40

    Kurssprung mit Ansage: Desert Gold Ventures und Oklo auf den Spuren von Moderna

    • Krebstherapie
    • Gold
    • Atomkraft
    • Biotech
    • Rohstoffe
    • Rechenzentren
    • Desert Gold
    • Moderna
    • Oklo
    • Analysten
    • Kursziele
    • Meilensteine
    • Quartalsberichte
    • Edelmetall

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Desert Gold Ventures.

    Moderna hat den großen Sprung bereits geschafft. Doch ausgerechnet die besten Studiendaten der Firmengeschichte schickten die Aktie auf Talfahrt, weil der Erfolg längst im Kurs steckte. Anders sieht es bei zwei Werten aus, die ebenfalls entscheidende Meilensteine erreicht haben, an der Börse aber noch kaum beachtet werden. Bei Desert Gold Ventures steht in Mali die erste Goldproduktion unmittelbar bevor. Der Kernkraft-Spezialist Oklo hat seinen ersten Reaktor in Betrieb genommen, braucht bis zum kommerziellen Durchbruch aber noch etwas Zeit. Die Kursziele der Analysten liegen bei beiden Aktien um ein Vielfaches über den aktuellen Notierungen.

    Zum Kommentar

    Kommentar von André Will-Laudien vom 29.10.2026 | 05:26

    Audi investiert in den USA – 100 % der Zölle umgehen mit VW, Mercedes, Power Metallic und der Porsche AG

    • Automotive
    • HighTech
    • Kritische Metalle
    • Rohstoffe
    • E-Mobilität

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Power Metallic Mines

    USA statt Europa! Angesichts drohender Milliardenbelastungen beim Fahrzeugexport wählt die Volkswagen-Tochter Audi nun die Flucht nach vorn und kündigt den Bau eines eigenen, 4 Milliarden USD teuren SUV-Werks im US-Bundesstaat Georgia an. Das ist kein Einzelfall, denn die globale Automobilindustrie durchlebt eine fundamentale Krise, die durch wegbrechende Absatzzahlen im einstigen Vorzeigemarkt China und die protektionistische Zollpolitik der US-Regierung unter Donald Trump angefeuert wird. Diese strategische Milliardeninvestition sichert dem Premiumhersteller nicht nur massive lokale Steuererleichterungen, sondern dient vor allem als Schutzschild gegen Trumps Importzölle. Die Folgen für den gesamten Sektor sind weitreichend, da der Druck zur radikalen Lokalisierung der Produktion für europäische Autobauer massiv zunimmt. Während Konkurrenten wie BMW und Mercedes bereits seit Jahrzehnten in den USA fertigen, muss Audi diesen Rückstand nun unter hohem finanziellem Aufwand aufholen. Für den europäischen Heimatmarkt bedeutet diese Verlagerung der Wertschöpfung jedoch eine Verschärfung der Debatte um Fabrikschließungen und Stellenabbau. Gleichzeitig zwingt die Absatzschwäche in China, wo deutsche Marken zunehmend gegen lokale Elektroauto-Konkurrenten verlieren, zu schmerzhaften Strategiewechseln. Es lohnt sich, den Sektor genauer unter die Lupe zu nehmen!

    Zum Kommentar

    Kommentar von Carsten Mainitz vom 28.10.2026 | 05:36

    Es wird spannend bei Strategic Resources, thyssenkrupp und Heidelberg Materials! Wer verdient jetzt am Umbau der Schwerindustrie?

    • Grüner Stahl
    • CO2
    • Emissionen
    • Reduktion von CO2
    • Dekarbonisierung
    • Rohstoffe
    • Einsenerz
    • Vanadium

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Power Metallic Mines
    Die Rahmenbedingungen im Bausektor verbessern sich allmählich. Vor wenigen Tagen sprach Heidelberg-Materials-Chef Dominik von Achten gegenüber Reuters von vorsichtigen Erholungssignalen im dritten Quartal. Investitionen in Energieinfrastruktur und Rechenzentren kämen langsam voran. Für die Industrie ist das eine willkommene Perspektive. Neue Infrastruktur braucht Stahl und Beton. Gleichzeitig müssen die Produzenten Emissionen senken, ohne ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verlieren. Genau an dieser Schnittstelle treffen die Unternehmen zusammen. Strategic Resources plant eine Anlage für hochwertige Eisenerzpellets, die in der emissionsärmeren Stahlproduktion gebraucht werden. thyssenkrupp geht mit der Abspaltung seiner Werkstoffhandels- und Logistiksparte einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung Finanzholding. Heidelberg Materials vermarktet zwar schon CO₂-armen Zement, kämpft aber mit diversen Herausforderungen. Wer verwandelt die Chancen am schnellsten in steigende Aktienkurse?

    Zum Kommentar