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09.12.2025 | 05:10

Volkswagen, Silver North Resources, Albemarle – Das Comeback der Substanzwerte

  • Elektromobilität
  • Silber
  • Lithium
Bildquelle: pixabay.com

2025 war das Jahr der KI-Aktien. Kaum ein anderer Sektor dominierte die Börsen so deutlich wie Unternehmen aus den Bereichen Halbleiter, Cloud und generative KI. Während diese Titel neue Rekorde jagten und die großen Indizes im Alleingang nach oben zogen, blieben weite Teile des Marktes auf der Strecke. Zykliker, Industrie, Rohstoffe und klassische Konsumwerte verharrten trotz solider Fundamentaldaten in Abwärtstrends. Genau hier entsteht nun eine spannende Ausgangslage. Viele dieser „zurückgebliebenen“ Branchen handeln historisch niedrig bewertet, während das Sentiment sich von den KI-Highflyer zunehmend löst. Der Markt rotiert und das könnte 2026 zum Comeback-Jahr für unterbewertete Substanzwerte werden.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: SILVER NORTH RESOURCES LTD | CA8280611010 , VOLKSWAGEN AG VZO O.N. | DE0007664039 , ALBEMARLE CORP. DL-_01 | US0126531013

Inhaltsverzeichnis:


    Volkswagen VZ. – Milliarden gegen die Krise

    Volkswagen stemmt sich mit einem neuen, bis 2030 laufenden Investitionsprogramm über 160 Mrd. EUR gegen die operative Schwäche in China und den USA. CEO Oliver Blume verlagert den Fokus klar nach Europa, nachdem Preisdruck, Zölle und geopolitische Risiken in den Auslandsmärkten die Profitabilität spürbar belastet haben. Vor allem Porsche und Audi stehen unter Druck, was den Konzern zu einer strategischen Neuausrichtung zwingt.

    Das Investitionsvolumen fällt zwar leicht niedriger aus als in den Vorjahren, zeigt aber eine klare Priorisierung in Richtung Produktqualität, Technologie und Infrastruktur. Kurzfristig bedeutet das Kostendisziplin, strukturelle Einschnitte und eine vorsichtigere Modellpolitik, vor allem bei Porsche, wo die Elektropläne zurückgefahren werden. Wachstum aus China ist laut Blume vorerst nicht zu erwarten, langfristige Lokalisierung aber möglich.

    Für Anleger entscheidend ist jedoch das erkennbare „Selbsthilfepotenzial“. Genau darauf baut die Bank of America, die trotz Gegenwind ihre Kaufempfehlung für die VW-Aktie bekräftigt. Nach einem Übergangsjahr 2025 mit milliardenschweren Belastungen erwarten die Analysten ab 2026 eine Ergebniswende und einen Sprung beim operativen Gewinn von 9,6 auf 17,4 Mrd. EUR. Treiber sollen eine Erholung bei Audi, Effizienzgewinne in der Kernmarke und ab 2028 wieder steigende Beiträge von Porsche sein.
    Die VW Vz.-Aktie konnte sich nach den Tiefstständen Ende Oktober bei rund 88 EUR deutlich erholen. Ein nachhaltiges Überschreiten des Jahreshochs bei 114,20 EUR würde ein neues Kaufsignal mit einem Anschlusspotential bis in die Zone um 130 EUR generieren.

    Silver North Resources – Beeindruckende Ergebnisse

    Zwar haussierte der Silberpreis im laufenden Börsenjahr 2025, ein Ende scheint aus fiskal- und geopolitischer Perspektive sowie der steigenden Nachfrage aus der Industrie nicht in Sicht. Vielmehr dürften kleinere Werte wie die mit knapp 25 Mio. CAD bewertete Silver North Resources wie ein Hebel auf den Basispreis wirken.

    Das kanadische Unternehmen konzentriert sich auf drei Kernprojekte im Yukon, allen voran das 8.579 Hektar große Haldane-Projekt, das unmittelbar an die Keno-Hill-Mine von Hecla Mining grenzt. Gleichzeitig hält das Management rund 16 % der Aktien, was die Interessen klar mit denen der Aktionäre verknüpft.
    Geologisch liefert Haldane ein zunehmend überzeugendes Bild. Bereits 2024 wurden zwei hochgradige Mineralisierungen entdeckt, darunter ein Abschnitt über 1,83m mit 1.088 g/t Silber sowie Begleitmetallen wie Gold, Blei und Zink. Jüngste Bohrungen bestätigten das Niveau. Die Bohrung HLD25-31 wurde vom Unternehmen als bislang bestes Loch bezeichnet und zeigt konsistente, hochgradige Silbergehalte mit höheren Goldanteilen als zuvor.

    Parallel dazu entwickelt Silver North das Tim-Silberprojekt im Rahmen eines Joint Ventures mit Coeur Mining. Weitere Bohrerfolge auf dem Veronica Property mit 2.860 g/t Silber und Tim Property mit bis zu 52,8 g/t Silber unterstreichen das Potential des Portfolios. Das Unternehmen plant zudem, weitere Liegenschaften in sicheren Jurisdiktionen zu akquirieren.

    Die Silver North-Story lebt dabei von zwei Faktoren, der Kombination aus hochgradigen Funden und der Nähe zu etablierten Produzenten im Yukon.

    Albemarle – Großer Profiteur des Lithium-Booms

    Der globale Lithiummarkt steht vor einem strukturellen Nachfrageüberhang. Getrieben von Elektromobilität und Energiespeichern steigt der Bedarf bis zum Ende der Dekade exponentiell. Prognosen erwarten bis 2030 eine bis zu 14-fache Steigerung des Batterieverbrauchs, die EU rechnet bis 2050 sogar mit einem 60-fachen Bedarf. Preisschwächen durch Konjunktur und Überangebot änderten daher nichts am langfristigen Trend. Die Branche steuert auf ein Defizit zu, das neue Kapazitäten, Recycling und technologische Alternativen erforderlich macht.

    Albemarle sitzt hier im Driver Seat. Die Aktie zählt seit Monaten zu den stärksten Performern im Sektor und konnte sich seit dem Zwischentief im April mehr als verdoppeln. Ende der vergangenen Woche erhielt der Anteilsschein durch eine Neubewertung durch UBS einen weiteren Schub. Die Schweizer stuften Albemarle von „Neutral“ auf „Kaufen“ und hob das Kursziel von 107 auf 185 USD hoch.

    Ab 2026 erwarten die Analysten ein Defizit am Lithiummarkt, weil die Nachfrage schneller wächst als die westliche Produktion. UBS hält mittelfristig 18 bis 19 USD je Kilogramm für realistisch. Aktuell preist der Markt rund 15 USD ein. Parallel dazu liegen die EBITDA-Schätzungen der UBS für 2026 und 2027 um 50 bzw. 125 % über dem Konsens.

    Auch operativ lieferte Albemarle. Im dritten Quartal 2025 wurden Umsatz und Ergebnis deutlich über den Erwartungen gemeldet. Statt der prognostizierten minus 0,90 USD je Aktie lag das bereinigte Ergebnis lediglich bei minus 0,19 USD, der Umsatz übertraf mit 1,31 Mrd. USD ebenfalls die Schätzungen.


    Nach dem Jahr der KI könnte im Jahr 2026 eine Sektorrotation bevorstehen. VW pumpt Milliarden in Produktqualität, Technologie und Infrastruktur, um den Anschluss nicht zu verlieren. Silver North Resources zeigte starke Ergebnisse. Albemarle gilt als Platzhirsch in der westlichen Lithiumproduktion.


    Interessenskonflikt

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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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