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20.05.2025 | 04:45

Wo steckt der BioTech-Sieger 2025? Evotec, Bayer, BioNTech, Vidac Pharma, Pfizer im Aktiencheck

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Bildquelle: pixabay.com

Mit täglich neuen Verlautbarungen aus Washington dreht sich das Aktien-Karussell immer schneller. Die Richtung ist auch nicht mehr unisono nach oben gerichtet, dennoch bieten tiefere Korrekturen wie zuletzt im April wieder gute Einstiegsmöglichkeiten. Während der DAX 40-Index gestern mit 23.977 Punkten neue Allzeithöchststände erreichte und in 2025 bereits 27 % Zuwachs verzeichnen kann, verlor der Nasdaq BioTech-Index (NBI) in den letzten 6 Monaten ganze 7,2 %. Wir haben einige interessante Sektor-Player untersucht und sehen dabei Chancen und Risiken. Selektion ist also wieder einmal gefragt!

Lesezeit: ca. 5 Min. | Autor: André Will-Laudien
ISIN: VIDAC PHARMA HOLDING PLC | GB00BM9XQ619 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017 , BIONTECH SE SPON. ADRS 1 | US09075V1026 , EVOTEC SE INH O.N. | DE0005664809 , PFIZER INC. DL-_05 | US7170811035

Inhaltsverzeichnis:


    Bayer und Evotec – Immer wieder Überraschungspotenzial

    Es ist ein Jammer mit Bayer und seinem CropScience-Bereich. In der letzten Woche kamen nämlich gute Quartalsergebnisse zum Vorschein, die eingeleitete Kostensenkung scheint erstmal zu greifen. Mit dem Q1-Bericht ging es steil bis 26 EUR nach oben, gestern lag der Kurs wieder unter 23 EUR. Denn in den USA wurde wieder eine neue Großklage gegen Monsanto eingereicht. CEO Baumann geht nun in die Offensive und fordert eine schnelle Grundsatz-Entscheidung vor dem Obersten Gericht, das jegliche Einzelklagen künftig unterbindet. Sollte das Oberste Gericht der USA sich dem Fall nicht annehmen oder gegen Bayer entscheiden, könnte dies drastische Konsequenzen nach sich ziehen. Der Pharma- und Agrarkonzern schließt in einem solchen Fall eine Insolvenz von Monsanto nicht aus. Falls rechtlich möglich, würden die Rechtsansprüche auf die Insolvenzmasse der Ausgliederung übertragen werden. Der Leverkusener Konzern könnte dann in Sachen Glyphosat nicht mehr belangt werden, Juristen bezweifeln jedoch den Erfolg einer solchen Ausgliederung mit anschließender Insolvenz. Analysten bleiben vorsichtig, trauen der Bayer-Aktie aber im Durchschnitt eine Entwicklung bis auf 27,20 EUR zu. Aus heutiger Sicht immerhin 19 %. Das Risiko bleibt hoch, denn US-Gerichte sind nicht dafür bekannt, im Sinne von deutschen Konzernen zu urteilen. Hop oder Top!

    Um den Hamburger Wirkstoff-Spezialisten Evotec ist es zuletzt auch wieder ruhiger geworden. Nach Überwindung der Rückschläge, die der langjährige CEO Werner Lanthaler verursacht hatte, stieg der Kurs von unter 6 auf immerhin 11,50 EUR an. Gewinnmitnahmen und verhaltene Q1-Zahlen sorgten wieder für einen Abverkauf Richtung 7 EUR. Die kanadische Bank RBC hat das Kursziel der Hamburger jüngst von 11,60 auf 11,90 EUR angehoben und die Einstufung auf "Outperform" belassen. Maßgeblich sehen die Analysten zwar noch eine im Vergleich zu den Wettbewerbern klaffende Margenlücke, sie soll aber in den nächsten 3 Jahren geschlossen werden. Das daraus resultierende Wertpotenzial liegt bei fast 70 %. 6 von 9 Experten auf der Plattform LSEG testieren ebenfalls gute Einstiegsmöglichkeiten mit einem Durchschnittskursziel von immerhin 10,90 EUR. Nach der Gewinn-Realisation sehen sie weiterhin zwischen 6 und 7 EUR eine interessante, mittelfristige Rückkauf-Gelegenheit.

    Vidac Pharma – Volle Pipeline, niedrige Bewertung

    Vidac Pharma konnte in den letzten Monaten oft positiv überraschen. Derzeit warten Branchen-Experten auf die neuesten Ergebnisse zu den beiden onkologischen und onko-dermatologischen Wirkstoffkandidaten VDA-1275 und VDA-1102. Sie basieren auf dem patentierten Ansatz von Vidac, den Stoffwechsel von Krebszellen umzukehren und die normale Zellfunktion wiederherzustellen. Dies würde eine neue Klasse in der Krebsbehandlung schaffen und vielen Betroffenen eine positive Aussicht offerieren. Prof. Max Herzberg hatte Vidac im Jahre 2012 gegründet, die Entwicklung hatte recht schnell einen steilen Pfad eingeschlagen. Denn trotz der überschaubaren Größe von nur 26 Mio. EUR befindet sich das Unternehmen schon in der klinischen Entwicklungsphase.

    VDA-1102 steht in fortgeschrittenen klinischen Studien für zwei Indikationen: Die Aktinische Keratose (AK) und das Kutane T-Zell-Lymphom (CTCL). In einer Phase-2b-Studie zeigte der Wirkstoff eine vollständige Läsionsfreiheit bei 40 % der Patienten und eine Gesamtreduktion der Läsionen um 80 %. Basierend auf diesen Ergebnissen plant Vidac Pharma eine weitere Phase-2b-Studie, die sich auf Patienten mit fortgeschrittener AK konzentriert. Diese Studie soll bis Ende 2025 abgeschlossen sein. In einer Phase-2a-Studie bei Patienten mit Mycosis fungoides, einer Form des CTCL, erreichte VDA-1102 eine objektive Ansprechrate von 56 %, einschließlich einer vollständigen Remission bei 22 % der Patienten innerhalb von 8 bis 12 Wochen. Diese Ergebnisse sind vielversprechend im Vergleich zur Standardtherapie mit Mechlorethamin, welches eine vollständige Remissionsrate von 13 % aufweist.
    In präklinischen Studien zeigte VDA-1275 sowohl als Monotherapie als auch in Kombination mit Standard-Chemotherapeutika wie Cisplatin und Sorafenib eine signifikante Wirksamkeit. Die Kombinationstherapie führte zu einer verstärkten Tumorreduktion im Vergleich zur Monotherapie. Darüber hinaus induzierte VDA-1275 eine Immunantwort, einschließlich der Aktivierung von anti-tumoralen Makrophagen und Gedächtnis-T-Zellen, was auf ein Potenzial zur Unterstützung der Immuntherapie hinweist. Vidac Pharma plant, die präklinischen Studien von VDA-1275 bis Ende 2025 abzuschließen und danach erste klinische Studien der Phase 1 zu initiieren.

    In Anbetracht der vorliegenden Pipeline ist die Bewertung von Vidac Pharma u. E. viel zu niedrig. Denn der Kurs der Vidac-Aktie bewegt sich seit einiger Zeit zwischen 0,50 und 0,70 EUR. Das Analysehaus Sphene Capital hat bereits im Sommer 2024 ein „Buy“-Rating mit Kursziel 4,90 EUR veröffentlicht. Der Wert kann sehr liquide in Stuttgart gehandelt werden. Wenn Vidac weiterhin so gute Fortschritte vermeldet, steht der Kurs schnell vor einer Vervielfachung.

    Pfizer und BioNTech – Schwaches Wachstum und hohe Kosten

    Aktuell können Pfizer und BioNTech keine Kaufargumente herbeizaubern. Bei Pfizer (PFE) läuft ein großes Restrukturierungsprogramm, das die Kosten bis 2027 um 7,7 Mrd. USD senken soll. CEO Dr. Albert Bourla erläuterte im Quartalsreport den strategischen Fokus von Pfizer auf die Verbesserung der F&E-Produktivität und betonte einen disziplinierten Ansatz zur Weiterentwicklung der hauseigenen Pipeline. Das Unternehmen hob darüber hinaus die Einstellung der Entwicklung von Danuglipron als Teil seiner strategischen Priorisierungsbemühungen hervor und bekräftigte gleichzeitig sein Engagement für die kardiometabolische Pipeline durch interne Programme und potenzielle externe Möglichkeiten. CFO Dave Denton meldete für Q1 Erlöse von 13,7 Mrd. USD, die durch geringere Paxlovid-Umsätze und Änderungen in der Medicare Part D-Regelung beeinflusst wurden. Der bereinigte Gewinn je Aktie betrug 0,92 USD, unterstützt durch Initiativen zur Steigerung der betrieblichen Effizienz. Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr 2025 wurde mit 61 bis 64 Mrd. USD bestätigt, der bereinigte Gewinn pro Aktie soll 2,80 bis 3,00 USD erreichen. Mit einem KGV 2025e von 7,8 und einer Dividendenrendite von über 7 % ist die Aktie in der langfristigen Sicht am unteren Bewertungsband. Jefferies votiert mit „Buy“ und Kursziel 32 USD, ganze 9 von 25 Experten auf der Research-Plattform LSEG tun es dem Broker gleich und taxieren das 12-Monats-Kursziel auf 28,80 USD.

    Das Mainzer BioTech-Unternehmen BioNTech konnte in den letzten 12 Monaten keinen signifikanten Kurszuwachs erreichen. Zum 31.03.2025 vermeldete man einen Verlust je Aktie von 1,82 USD, nach 1,42 USD im Vorjahresquartal. Die Anleger reagierten verschnupft und schickten den BNTX-Kurs um fast 20 % auf 82 EUR nach unten, gestern notierte der Wert mit erholten 85,50 EUR. Die Ergebnisse der laufenden Phase 2-3-Studien in der Krebsforschung lassen noch auf sich warten, dennoch bleiben die Experten von LSEG zu über 70 % positiv und erwarten ein durchschnittliches Kursziel von 133,70 USD. Der hohe Cashbestand von rund 17 Mrd. USD macht das Unternehmen relativ wetterfest.

    Der 6-Monats-Chart indiziert eine fortgesetzte Konsolidierung bei BioNTech, Pfizer und Vidac Pharma. Während Evotec erneut unter Druck steht, ist die Lage bei Bayer ungewiss. Quelle: LSEG vom 19.05.2025

    Die Situation im Sektor Biotech bleibt angespannt. Aktuell können nur gute Ergebnisse aus den klinischen Studien größere Aufwertungen bewirken. Genau das ist die Chance, die in einer ausgewogenen Investitionsstrategie steckt. Große Titel sollten wegen Diversifikationszwecken mit aussichtsreichen Small- and MidCap-Aktien gemischt werden. Vidac Pharma hat in den letzten Quartalen gezeigt, dass ein Kursanstieg auch mal 100 % ausmachen kann. Das Jahr 2025 wird u. E. hier noch einige Überraschungen liefern.


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    Der Autor

    André Will-Laudien

    Der gebürtige Münchner studierte zuerst Volkswirtschaftslehre und diplomierte 1995 in Betriebswirtschaftslehre an der Ludwig-Maximilians-Universität. Da er sich schon sehr frühzeitig mit der Börse beschäftigte, verfügt er heute über mehr als 30 Jahre Erfahrung an den Kapitalmärkten.

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    Weitere Kommentare zum Thema:

    Kommentar von André Will-Laudien vom 29.06.2026 | 04:30

    KI- und Übernahme-Wirbel im LifeScience-Sektor! Bayer, Vidac Pharma, Novo Nordisk, Evotec und Eli Lilly

    • Pharma
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    Ja, Sie haben richtig gelesen. Pharmakonzerne setzen aktiv auf Künstliche Intelligenz (KI) und könnten so mit geringeren Kosten, besseren Validierungen und schnelleren Studien-SetUps mittelfristig zu den Gewinnern der neuen Intelligenzwelle gehören. Viele Titel aus dem LifeScience-Spektrum wurden an der Börse links liegen gelassen, doch Investoren horchen nun wieder auf. Eli Lilly setzt auf KI und treibt sein Portfolio durch gezielte Zukäufe voran, darunter die Übernahmen des Schlaf-Wach-Spezialisten Centessa Pharmaceuticals und dem Blutkrebs-Spezialisten Ajax. Bei Evotec und Vidac Pharma dreht sich vieles um Krebs, während Novo Nordisk mit seinen Abnehm-Präparaten in hartem Wettbewerb zu Eli Lilly steht. Dann die erlösende Meldung zu Bayer. Der Supreme Court befindet, dass ca. 181.000 Einzelklagen wegen fehlender Warnhinweise auf der Verpackung keine juristische Grundlage mehr haben, da die US-Umweltbehörde (EPA) das Pflanzenschutzmittel Glyphosat als unbedenklich einstuft. Viele gute Nachrichten, einige Aufhänger für aktive Anleger. Hier ein paar Insights.

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    Kommentar von Matthias Schomber vom 25.06.2026 | 05:10

    Börsen-Thriller 2026: Novo Nordisk „schwitzt“, die Deutsche Telekom an der 26-EUR-Schwelle und das Antimon Juwel Antimony Resources greift an!

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    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von Antimony Resources Corp.

    Die Börsenwelt momentan ist voller Extreme. Während beispielsweise Novo Nordisk, ein ehemaliger Highflyer und einst wertvollster Konzern Europas, mit scharfen Korrekturen und massivem Wettbewerbsdruck kämpft, baut z. B. der etablierte Telekommunikationsgigant Deutsche Telekom still und leise an der digitalen Zukunft in Deutschland und Europa. Die Aktie kämpft aber zur Zeit den wohl wichtigsten Kampf dieses Jahres mit einer entscheidenden Chartmarke, die über den weiteren Kursverlauf bestimmt. Doch die wirklich spannenden Geschichten schreiben oft nicht die riesigen Mega-Caps, sondern noch kleinere Unternehmen mit großem Potenzial. In diesem Bericht werfen wir einen genauen Blick auf drei Aktien: Wir starten mit dem Pharma-Giganten Novo Nordisk, danach beleuchten wir die KI-Ambitionen der Deutschen Telekom und die wichtige Chartmarke. Zum krönenden Abschluss widmen wir uns ausführlich einem interessanten Rohstoff-Explorer aus Kanada, der gerade in den Startlöchern für einen gewaltigen Sprung stehen könnte, denn es geht um Antimon. Lehnen Sie sich zurück und entdecken Sie mit uns die verborgenen Chancen des aktuellen Marktes.

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    Kommentar von André Will-Laudien vom 16.06.2026 | 07:55

    USA-IRAN: Jetzt öffnet die Straße von Hormus! Ein Sektor-Kaufsignal für Bayer, MustGrow, BASF und K+S!

    • CropScience
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    • Ernährung
    • Food-Sektor

    Erstellt und veröffentlicht im Auftrag von MustGrow Biologics Corp.

    Manches kommt dann doch nicht überraschend. Die „Einigung“ zwischen USA-ISRAEL und dem IRAN gleicht einem Schattenboxen. Einmal vor, einmal zurück – so zeigen sich die Bewegungen am Handelstisch. Die Börsen reagieren entsprechend. So regiert zu Wochenanfang wieder die Hoffnung auf eine baldige Beendigung der Kriegshandlungen. Am stärksten korrigiert der Ölpreis mit knapp 5 % Verlust, nur noch 82,50 USD wird für ein Fass Brent aufgerufen. Für chemie- und transportorientierte Industrien im Bereich Food ein gutes Zeichen, entsprechend freundlich zeigen sich BASF und Bayer. Hier müssen große Mengen an Material weltweit verschifft werden, die Seewege haben operativ ein ordentliches Gewicht. Im Zuge einer nachhaltigen Sicherung von Lebensmitteln kommen immer mehr Ideen auf den Plan, die den internationalen Energie-Wahnsinn abfedern könnten. MustGrow setzt auf natürliche Bestandteile jenseits der Chemie, K+S hingegen liefert ein typisches Beispiel für die „Old-Economy“ in diesem Sektor. Für Anleger bieten sich multiple Möglichkeiten auf Rendite!

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