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01.04.2022 | 05:10

Glencore, Nevada Copper, BASF – In dieser Aktie steckt extreme Phantasie

  • Kupfer
  • Rohstoffe
Bildquelle: Nevada Copper

Kupfer wird überall benötigt, durch die Energiewende zudem noch einmal mehr. Für eine Elektroauto benötigt man zum Beispiel bis zu viermal mehr Kupfer, als für einen Wagen mit Verbrennungsmotor. Bei der Produktion einer Windkraftanlage werden 30 t Kupfer je Anlage, inkl. Anschluss an das Stromnetz verbaut. Derweil explodieren die Preise, eine Tonne des roten Metalls kostet bereits wieder deutlich mehr als 10.300 USD. Der Trend dürfte sich längerfristig fortführen. Die Hauptprofiteure dieses Superzyklus sind neben den Kupferproduzenten attraktive Explorationsunternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: GLENCORE PLC DL -_01 | JE00B4T3BW64 , NEVADA COPPER CORP. | CA64128F7039 , BASF SE NA O.N. | DE000BASF111

Inhaltsverzeichnis:


    Nevada Copper – Das Warten auf den Startschuss

    Während die Tonne Kupfer weiterhin auf Rekordniveau gehandelt wird, besteht bei mehreren Explorationsunternehmen noch deutliches Nachholpotenzial. Am deutlichsten wird diese Diskrepanz bei Nevada Copper sichtbar, dem Unternehmen, dass die Kupfermine Pumpkin Hollow betreibt und nun in der Lage ist, seit mehr als 2 Jahrzehnten rotes Metall aus dem Boden der Vereinigten Staaten zu holen. Die Lagerstätte befindet sich in Nevada und verfügt über beträchtliche Reserven und Ressourcen, einschließlich Kupfer, Gold und Silber. Zu den beiden vollständig genehmigten Projekten gehören die hochgradige Untertagemine und die Aufbereitungsanlage, die sich nun in der Produktionsphase befinden, sowie ein groß angelegtes Tagebauprojekt, das auf die Machbarkeit zusteuert.

    Vor allem im Hinblick auf die gesprengten Lieferketten dürfte dieses Projekt für die Regierung der USA höchste Priorität genießen. Der Börsenwert liegt bei Nevada Copper nach Problemen im operativen Bereich, es kam in der Vergangenheit oft zu Verzögerungen und Wechseln an der Führungsspitze, bei nur noch rund 225,00 Mio. EUR. Der Börsenkurs korrigierte in den vergangenen 5 Jahren von 5,50 EUR auf aktuell 0,51 EUR. Aktuell bildet der Kurs auf dem Tief des Jahres 2021 einen Boden aus.

    Fundamental dürfte der Boden bereits seit dem Managementwechsel im vergangenen Herbst gefunden worden sein. Seither strukturiert der aktuelle President und Chief Executive Officer Randy Buffington alles neu, die Entwicklung zeigt dabei erhebliche Erfolge. So konnte Nevada Copper seine Finanzausstattung deutlich verbessern. Mit der KfW wurde die Kreditlinie gestreckt und erweitert, Pala Investment sicherte eine zusätzliche Finanzierung zu und bleibt weiterhin mit 38% der größte Aktionär. Operativ konnte Nevada Copper eine Optimierung ihrer Arbeitsabläufe vermelden. So wurden im Januar 50% höhere Erschließungsraten als im November 2021 und sogar 100% mehr als im August des vergangenen Jahres erreicht. „Das Unternehmen baut weiterhin auf die in den letzten beiden Quartalen erzielten betrieblichen Verbesserungen auf, wodurch die Erschließung und der Produktionshochlauf weiter beschleunigt werden", sagte Buffington. Sollten weiterhin positive Ergebnisse erzielt werden, dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis der Kurs zu einem Rebound ansetzen dürfte. Allein, wenn die Untertagemine um Vollbetrieb läuft, soll diese ca. 65 Mio. EUR freien Cashflow pro Jahr erwirtschaften.

    Glencore – Wie am Schnürchen

    Eine Korrektur beim Aktienkurs sucht man beim weltgrößten Rohstoffhändler Glencore seit Monaten vergeblich, der Aktienkurs eilt auch aufgrund der Sanktionen in Bezug auf die Ukraine-Krise von Hoch zu Hoch. Seit dem Corona-Tief im März 2020 konnte sich der Kurs von 115 USD auf aktuell über 500 USD steigern, was ein 10-Jahreshoch bedeutet.

    Fundamental ist dies natürlich bestens hinterlegt und zeigte sich bei den kürzlich veröffentlichten Jahreszahlen. Der Umsatz stieg in 2021 um 43% gegenüber 2020 auf 203,7 Mrd. USD an. Das bereinigte EBITDA sogar um 84% auf 21,3 Mrd. USD. Unterm Strich blieben 4,97 Mrd. USD Nettogewinn übrig und konnten den Vorjahresverlust von 1,9 Mrd. USD mehr als ausgleichen. Mit dem Überschuss werden die Schulden des Unternehmens sukzessive getilgt, der Schuldenabbau in 2021 betrug allein rund 10 Mrd. USD. und beträgt aktuell nur noch 6 Mrd. USD.

    BASF – Das sieht nicht gut aus

    Im Vergleich zu Glencore zeigt sich das Chartbild des Chemieriesen BASF deutlich negativ. Nach dem Ausverkauf am breiten Markt aufgrund der Ukraine-Krise fiel der Kurs der Ludwigshafener von rund 69 EUR auf bis zu 47,50 EUR im Tief. Seither konnte zwar etwas Boden auf rund 52,40 EUR gut gemacht werden, trotzdem erweist sich der Kurs aktuell als extrem schwach.

    Mit Henkel konnte nun eine Kooperation bei der Umstellung auf erneuerbare Rohstoffe geschlossen werden. So will der Henkel, ein Hersteller der Konsumgüterindustrie mit weltweiten Marken und Techniken in den drei Geschäftsfeldern Laundry & Home Care, Beauty Care und Adhesive Technologies, mit Hilfe von BASF den Umstieg von fossilen zu erneuerbaren Rohstoffen erreichen.

    Wie beide Unternehmen mitteilten, beläuft sich die Kooperation auf vier Jahre, um mit Hilfe des sogenannten Biomassenbilanz-Verfahrens von BASF bei Henkel pro Jahr in rund 110.000 t Inhaltsstoffen die fossilen Rohstoffe durch nachwachsende Rohstoffe zu ersetzen. Dadurch sollen Henkel-Marken wie Persil, Pril, Fa und Schauma ihren CO2-Fußabdruck verringern und insgesamt etwa 200.000 t CO2-Emissionen einsparen.


    Der Kupferpreis erreicht erneut Rekordstände und dürfte durch die Nachfrage aufgrund des Klimawandels weiter im Trend nach oben zeigen. Davon profitieren Explorationsunternehmen wie Nevada Copper oder Produzenten wie Glencore. Beim Klimawandel sind auch Chemie-Konzerne wie BASF gefragt, aktuell sollten Anleger die Aktie jedoch nur beobachten.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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