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02.02.2022 | 05:10

Bayer, Almonty Industries, HeidelbergCement – Geliefert

  • Inflation
  • Rohstoffe
  • Wolfram
Bildquelle: pixabay.com

Die gute Nachricht am Anfang, die Inflationsrate ist im Januar erstmalig seit dem Dezember 2020 gesunken. Allerdings liegt der Stand von 4,9% weiter auf bedrohlich hohem Niveau, Ökonomen hatten einen stärkeren Rückfall erwartet. Die Hauptgründe für die Teuerung sind die weiterhin exorbitant gestiegenen Energiepreise sowie ebenfalls anziehende Kurse bei den Rohstoffen. Durch die hohe Inflation wird die Kaufkraft der Verbraucher gemindert. Daneben drücken steigende Produktionskosten auf die Margen der Unternehmen.

Lesezeit: ca. 3 Min. | Autor: Stefan Feulner
ISIN: ALMONTY INDUSTRIES INC. | CA0203981034 , HEIDELBERGCEMENT AG O.N. | DE0006047004 , BAYER AG NA O.N. | DE000BAY0017

Inhaltsverzeichnis:


    HeidelbergCement – Überraschend stark

    Dass das vergangene Jahr ein Gutes für den Baustoffkonzern HeidelbergCement werden würde, war aufgrund der gut laufenden Baukonjunktur voraussehbar. Die Steigerungen gegenüber dem Vorjahr fielen sowohl aus Sicht des Unternehmens als auch der Analysten höher als erwartet aus. Bei den vorläufigen Jahreszahlen wurde ein Umsatz in Höhe von rund 18,7 Mrd. EUR angekündigt, was einer Steigerung gegenüber dem Vorjahr von rund 8% entsprechen würde. Ursprünglich gingen die Heidelberger von einem leichten Wachstum der Erlöse vor Wechselkurs- und Konsolidierungseffekten aus.

    Das EBITDA legte um fast 6% gegenüber 2020 auf knapp 3,9 Mrd. EUR zu. Das EBIT, der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern, stieg 2021 um etwa 12% auf 2,6 Mrd. EUR und lag deutlich über den Schätzungen der Experten. Die Gründe für das besser als erwartete Ergebnis dürften in den eingeleiteten Sparmaßnahmen liegen, um den Energiepreissteigerungen entgegen treten zu können. Daneben dürften Preissteigerungen für die guten Margen verantwortlich gewesen sein.
    Für 2022 sind weitere Einsparungen von rund 500 Mio. EUR geplant. Zudem soll die Konzentration von HeidelbergCement auf den renditestärksten Märkten liegen. Bereits in der Vergangenheit wurden Geschäfte unter anderem in Spanien und den USA verkauft. Die vollständigen Zahlen gibt das Unternehmen am 24.02.2022 bekannt.

    Positiv reagierten die Analysten auf die Verkündung des vorläufigen Zahlenwerks. So wiederholte die Hamburger Privatbank Berenberg das Kursziel von 90 EUR mit einem Kauf-Urteil. Der Baustoffkonzern habe für eine positive Überraschung gesorgt, schrieb Analyst Harry Goad. Als positives Signal sieht der Analyst, dass der Tiefpunkt des energiebedingten Margenrückgangs im Jahr 2021 überschritten sei. Das lege nahe, dass der Konzern nun erfolgreich sein dürfte, die wegen der Inflation nötig gewordene Preiserhöhung durchzusetzen.

    Almonty Industries – Produzent für die westliche Welt

    Stark gestiegen ist auch die Nachfrage nach dem weißglänzenden Schwermetall Wolfram. Die wichtigste Anwendung von Wolfram ist wegen seines hohen Schmelzpunktes in der Leuchtmittelindustrie als Glühwendel in Glühlampen und als Elektrode in Gasentladungslampen und in Elektronenröhren. Seine zweite große Bedeutung hat es als Legierungsmetall in der Eisenmetallurgie. Es bildet in Werkzeugstählen Wolframcarbide, welche die Sekundärhärte erhöhen. Aufgrund seiner hohen Dichte findet das Metall auch in klassischen Sektoren wie Öl- und Gas, Bergbau und Chemie, aber auch neuen Anwendungen wie Ladestationen für E-Autos, 5G-Netzwerke und Halbleiter.

    Auch beim strategischen Metall Wolfram besteht das Problem des begrenzten Angebotes und eines Quasi-Monopols aus China, das rund 85% der globalen Erzeugung beherrscht. Seit drei Jahren hat der Preis für Wolfram-APT (Ammonium Paratungsten) erstmals die Marke von 300 USD pro metrischer Tonneneinheit (mtu) überschritten. Mit der sich aktuell im Bau befindlichen weltgrößten Wolfram-Mine der Welt, der Sangdong-Mine in Südkorea, dürfte ab Ende des laufenden Jahres eine Entspannung bei den Lieferketten für Wolframkonzentrate eintreten. Rund 50% der weltweiten Wolfram-Versorgung außerhalb Chinas produziert dann die 100%-Tochtergesellschaft der Almonty, Woulfe Mining.

    Neben dem Abbau von Wolfram bietet sich auf der Lagerstätte zusätzliches Potenzial durch ein größeres Molybdän-Vorkommen, das in diesem Jahr näher erkundet werden soll. Zusätzlich besitzt Almonty Industries mit zwei weiteren Projekten in Spanien und Portugal großes Potenzial. Das Unternehmen ist aktuell mit rund 125,00 Mio. EUR bewertet. In Hinblick auf die weiter steigenden Rohstoffpreise ein mehr als interessantes Anlageobjekt.

    Bayer AG – Erfolgversprechende Formation

    Die Bodenbildungsphase im Bereich um 42 EUR könnte bald der Vergangenheit angehören. Mit einem Ausbruch über den markanten Widerstandsbereich bei 57,71 EUR würde ein frisches, signifikantes Kaufsignal generiert werden. Trotz den noch offenen Flanken in Bezug auf den Glyphosat-Rechtsstreit wäre das nächste Kursziel bereits bei rund 80,00 EUR anzusiedeln.

    Noch optimistischer - und das aus fundamentaler Sicht - ist die US-Bank Citigroup. Das Kursziel wurde von 48 EUR auf aktuell 70 EUR erhöht. Der Analyst Peter Verdult sieht bei den Leverkusenern Verbesserungen in allen Bereichen.


    HeidelbergCement hat sowohl die eigenen als auch die Prognosen der Analysten geschlagen und blickt auch dem laufenden Jahr trotz der steigenden Rohstoffpreise entgegen. Almonty dürfte nach Fertigstellung der weltgrößten Wolfram-Mine performen. Bayer steht kurz vor einem frischen Kaufsignal.


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    Der Autor

    Stefan Feulner

    Stefan Feulner besitzt rund 30 Jahre Kapitalmarkterfahrung, war unter anderem als CEO eines börsennotierten VC-Unternehmens und im Beteiligungs- und Fondsmanagement tätig.

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